Willkommen
Sehen Sie sich an, wie es wird! Im grossen Ausstellungssaal können Sie einen ersten Blick in das Innere der Kunsthaus-Erweiterung und in die Architekten-Werkstatt von David Chipperfield und seinem Team werfen. Was wird in dem schlichten und eleganten Bau zu sehen sein?
Wir zeigen Ihnen, welche Fülle an Kunstwerken, Sammlungen und Präsentationsformen sich uns eröffnet. Dazu gibt es Meisterwerke von Henri Matisse, den Impressionisten und amerikanischen Künstlern. Pipilotti Rist? Natürlich. Und Neues von Urs Fischer. Und das Dada-Kabinett. Dies alles ist schon jetzt mehr als ein Vorgeschmack, denn wir freuen uns mit Ihnen, wenn es losgeht am Heimplatz: Das Neue Kunsthaus, es nimmt Gestalt an!
Die Dada-Box
Im Ausstellungsaal, der der Architektur des geplanten Erweiterungsbaus gewidmet ist, steht schräg ein kleiner Einbau, welcher der für Zürich so wichtigen Kunst der DADA-Bewegung gewidmet ist und mit seinem Inhalt einen starken Kontrast zum Erweiterungsbau präsentiert.
Am 15. Februar 1916 riefen die Deutschen Hugo Ball und Emmy Hennings, die Rumänen Tristan Tzara und Marcel Janco, der Elsässer Jean Arp und ihre Freunde mit der Eröffnung des Cabaret Voltaire an der Spiegelgasse in Zürich den Dadaismus ins Leben. Wie andere Künstler waren sie in der Folge des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs in die neutrale Schweiz gekommen. Sie fanden den Hurra-Patriotismus abstossend, mit dem sich die Massen in das sinnlose Schlachten stürzten und hatten den Glauben an die abendländische bürgerliche Kultur verloren. Die Abbildung der äusseren Wirklichkeit und das in sich vollendete Kunstwerk waren den Künstlern des Dadaismus suspekt geworden. Alle Konventionen und überlieferten Sentimentalitäten wurden über Bord geworfen, gesucht wurde eine neue Einheit von Kunst und Leben. Literatur, Theater, Tanz, bildende Künste wurden auf diesem «Tummelplatz verrückter Emotionen» (Hugo Ball) ohne Rücksicht auf Verluste durcheinandergewirbelt. Aus dem Chaos, das den chaotischen Weltzuständen angemessen schien, wucherten schöpferische Geistesblitze in erstaunlicher Menge. Sie haben bis heute nichts von ihrer inspirierenden Kraft verloren.
Vor rund 100 Jahren war die Zwingli-Stadt Zürich also Keimzelle einer unbändigen kreativen Eruption, der alles Edle, Dauerhafte, Prätentiöse fremd war. Und heute plant das Kunsthaus einen Erweiterungsbau, der mit seinem klaren, grosszügigen und ruhigen Gepräge ganz offensichtlich für die Dauer bestimmt ist. Diesen Gegensatz greifen wir mit dem – bewusst schräg platzierten – kleinen DADA-Raum auf. Er steht für die Gewissheit, dass auch im «Neuen Kunsthaus» Platz sein wird für diesen wilden, ungebärdigen und allem Dauerhaften abholden Strang der Kunst. Ja, aufgrund des grösseren Raumangebots wird es im neuen Kunsthaus möglich sein, der DADA-Bewegung endlich mehr Platz zu gewähren.
Plakat zum Procès Barrès, 1921, in: Dossier de documents et de revues dadaïstes, 1914-1924, zusammengestellt von André Breton
Kunsthaus Zürich, Bibliothek, Sammlung Dadaismus
Grosse Werke
Auf grosszügige Weise kombiniert der Auftaktraum der Ausstellung monumentale Arbeiten zweier grosser Künstler unserer Zeit: eine des Schweizers Franz Gertsch (geb. 1930) und eine des Engländers Richard Long (geb. 1945). Gerade die neuere Kunst, die im Erweiterungsbau eine wichtige Rolle spielen soll, braucht Raum. Raum, der Wirkung und Begegnung ermöglicht. Der Erweiterungsbau wird es möglich machen, Kunst grosszügiger zu präsentieren. Beispielhaft begegnen sich hier ein riesiges Gemälde und ein grosser, aus burgundischen Steinen gebildeter Steinkreis. Damit sind auch zwei grundsätzlich verschiedene Möglichkeiten der Kunst eingeführt: Die Malerei und das plastische Arbeiten im Raum. Von Form und Inhalt her die archaische Form des Kreises oder Rings und die Präsenz des Menschenbildes. Gertschs Gemälde entstand in einem langwierigen Prozess. Er projizierte zunächst eine Fotografie seines Modells auf die Leinwand und wandelte die Präsenz dieses Vorbildes anschliessend Strich für Strich in Malerei um. Weil das gegenständliche Bild der Frau in der projizierten Fotografie von Anfang an existierte, konnte Gertsch sich bei der Umsetzung ganz auf die Präsenz der Malerei konzentrieren – die in dem Gemälde daher auch in ihrer reinen, abstrakten Form präsent ist.
Daneben liegt Richard Longs Ring aus burgundischen Steinen. Long gehört der Ende der 1960er-Jahre in den USA entstandenen Bewegung der Land-Art an. Die Land Art-Künstler wandelten geographischen und architektonischen Raum in Kunstwerke oft gigantischer Dimensionen um. Ziel waren Kunstwerke aus und in der Natur, oft in entlegenen Gegenden, für deren Betrachtung und Erfahrung man sich auf eine äussere und innere Reise begeben musste. Indem Fundstücke aus der Natur entnommen wurden, wurde es möglich, diese als Kunst in Galerien und Museen zu tragen. Richard Longs Steinkreis ist eine so entstandene Skulptur. Er besteht aus verschieden geformten, in der Natur gefundenen Steinen. Zusammengefügt ergeben sie das eindrucksvolle, zeitlose Bild eines grossen Ringes. Auch hier– wie bei Gertsch – sind Aspekte des Gegenständlichen und Abstrakten zusammengefügt.
In der Ausstellung stimmt diese Begegnung auf grosse Momente der Kunst ein, wie der Erweiterungsbau sie gestatten wird.
Franz Gertsch, Silvia III, 2004, Kunsthaus Zürich, Vereinigung Zürcher Kunstfreunde, © Franz Gertsch
Richard Long, Bourgogne Circle, 1989, Kunsthaus Zürich, © 2012 ProLitteris, Zürich
Private Sammlungen
Der Erweiterungsbau dient der Präsentation der zeitgenössischen Kunst und der Kunst der Klassischen Moderne, die sie vorbereitet hat. Beide Gebiete sind wichtige Sammlungsbereiche des Kunsthaus Zürich. Neben den reichen Beständen der Kunsthaus-Sammlung – allein über 4'000 Gemälde und Skulpturen – gelangen auch zwei sehr bedeutende, mit Zürich eng verbundene private Sammlungen zur Ausstellung im neuen Gebäude: die Sammlung Bührle und die Fondation Hubert Looser. Beide stehen für die fruchtbare Wechselwirkung zwischen öffentlichem und privatem Sammeln. Während Emil Bührles Interesse dem französischen Impressionismus und Postimpressionismus galt, umfasst die Sammlung Looser Werke der wesentlichen Kunstströmungen der zweiten Hälfe des 20. Jahrhunderts in den USA und Europa wie des Abstrakten Expressionismus, der Minimal Art, der Arte Povera. Sie ergänzt die Bestände des Kunsthauses aufs Beste. Dies zeigen wir anhand einer Begegnung der exzellenten Pop Art-Sammlung des Kunsthauses mit zwei massgeblichen Künstlern des amerikanischen Abstrakten Expressionismus aus der Sammlung Looser, John Chamberlain (1927–2011) und Willem de Kooning (1904–1997). Damit wird beispielhaft verdeutlicht, welches Potenzial die neuen Räume des Erweiterungsbaus freisetzen.
Paul Cézanne, La Montagne Sainte-Victoire, 1902/06, Kunsthaus Zürich, Erworben mit einem Beitrag von Emil Bührle
Willem de Kooning, Ohne Titel XI, 1982, Sammlung Hubert Looser, © The Willem de Kooning Foundation / 2012, ProLitteris, Zurich
Pop Art trifft auf Willem de Kooning und John Chamberlain
Nach dem Zweiten Weltkrieg verschob sich das Zentrum der Kunst von Paris nach New York. Dort entstand der Abstrakte Expressionismus. Zentrale Gestalt war hier Jackson Pollock. Mit seinen berühmten «Drip paintings» – grossen Leinwänden, die er auf dem Boden auslegte und mittels tropfender Farbe bearbeitete, schuf er eine neue Dimension abstrakter Ausdruckskunst. Für ihn wie die anderen Abstrakten Expressionisten (unter ihnen Franz Kline, Clyfford Still, aber auch Mark Rothko) war der Anspruch des unmittelbar aus der Farbe geschaffenen Malprozesses entscheidend. Der Künstler wurde dabei geradezu mythisch überhöht.
Die nachfolgende Künstlergeneration konnte mit diesem Pathos wenig anfangen und zielte in eine andere Richtung. Von grosser Bedeutung war dabei Jasper Johns. Von Marcel Duchamp beeinflusst, betonte er den Objektcharakter des Kunstwerks und benutzte in fast ironischer Art einen gestischen Malstil, der seine Vorläufer zitierte, aber zugleich etwa mit einfachen, zeichenartigen Formen kontrastierte. In der Folge wandten sich die Künstler der Pop Art – Andy Warhol, Roy Lichtenstein, Robert Rauschenberg – entschieden der Bearbeitung vorgefundener Bildwelten aus Fernsehen, Comic und Werbung zu. Das Erhabene, das die Abstrakten Expressionisten noch fasziniert hatte, war nicht mehr relevant. Nun ging es darum, sich mit aktuellen Bildern in die neuen endlosen Bilderketten des Alltags einzuklinken und mit der Kunst darauf zu antworten.
In der Ausstellung treffen Hauptwerke des Abstrakten Expressionismus und der Pop Art aus der eigenen Sammlung auf Werke aus der Sammlung Looser, die als Dauerleihgabe im Erweiterungsbau eine neue Heimat finden wird und vor allem Werke des Abstrakten Expressionismus, der Minimal Art und der Arte Povera vereinigt. Während die fliessend-bewegte Seite des Abstrakten Expressionismus im Kunsthaus bisher nur mit einer vergleichsweise kontrolliert gemalten Arbeit von Pollock vertreten war, ist sie nun mit den Farbflüssen des in Holland geborenen Willem de Kooning exzellent vertreten. Wie die Werkauswahl wiederspiegelt, hat sich de Kooning abstrakt wie auch gegenständlich ausgedrückt. Letzteres zeigen die beiden Bilder aus der Serie der «Women», aber auch seine Plastiken. Diese Werke basieren auf einer energetischen Verformung und Neuschaffung des Menschenbildes und eröffnen im Kunsthaus auch mögliche Gegenüberstellungen mit der Malerei von Francis Bacon und der späten Plastik Alberto Giacomettis. Die unprätentiöse Dichte von de Koonings Malerei verbindet diesen mit Johns und Rauschenberg, und lässt bei jenen das Malerische ebenfalls stärker hervortreten.
John Chamberlain, Archaic Stooge, 1991 Sammlung Hubert Looser, © 2012 ProLitteris, Zürich
Roy Lichtenstein, Yellow Brushstroke, 1965, Kunsthaus Zürich, © 2012 ProLitteris, Zürich
Der Impressionismus
«Auf Wiedersehen am Heimplatz!» (Emil Bührle, 1954)
Mit diesen Worten beendete Emil Bührle im Juni 1954 einen Vortrag über die Entstehung seiner Sammlung. Über ein Jahrzehnt setzte sich Emil Bührle für einen Ausstellungssaal am Heimplatz ein, den er finanzieren wollte und schliesslich auch finanzierte. Eine Volksabstimmung schuf damals die Voraussetzung, dass mit dem Bau begonnen werden konnte.
Die Eröffnung des Saals erlebte Bührle nicht mehr, doch wurde seine Sammlung dort 1958 erstmals als Ganze gezeigt. Zwei Jahre später richtete Bührles Familie eine Stiftung ein, die einen grossen Teil der Bilder aufnahm. Sie ist seither an der Zollikerstrasse 172 in Zürich der Öffentlichkeit zugänglich, allerdings in einem Haus, das nicht für diesen Zweck gebaut wurde. Die vorgesehene Überführung der Sammlung ins zweite Obergeschoss des Erweiterungsbaus des Kunsthauses erlaubt, die international bekannte Werkgruppe rund um den französischen Impressionismus ihrer Bedeutung gemäss zu präsentieren – über 130‘000 Besucher liessen sich von den Werken der Stiftung Sammlung E.G. Bührle begeistern, als sie 2010 vorübergehend im Bührlesaal des Kunsthauses zu Gast waren.
Das Sammeln von Bildern der französischen Moderne hat in der Schweiz eine lange Tradition, und das Kunsthaus Zürich durfte immer wieder wertvolle Werke des Impressionismus und Postimpressionismus als Schenkungen entgegen nehmen. Zusammen mit der Sammlung Bührle machen diese Werke im zweiten Obergeschoss des Erweiterungsbaus eine europaweit einzigartige Präsentation des Impressionismus möglich, wie sie in dieser Dichte sonst nur noch in Paris zu sehen ist. In der Ausstellung werden Schlüsselbilder der Impressionismus-Sammlung des Kunsthauses mit einer bedeutenden Dauerleihgabe verknüpft, einem Selbstbildnis Vincents van Gogh.
Claude Monet, La meule au soleil, 1891, Kunsthaus Zürich, Erworben aus dem Legat Otto Meister mit einem Beitrag der Schweizerischen Kreditanstalt
Vincent van Gogh, Cabanes blanches aux Saintes-Maries, 1888, Kunsthaus Zürich, Schenkung Walter Haefner
Thematische Werkgruppen
Für den Erweiterungsbau des Kunsthauses ist eine dynamische Präsentation der Sammlung vorgesehen, die auf regelmässige Umhängungen setzt. Dabei können für eine begrenzte Zeit auch Werke aus verschiedenen Epochen und Zusammenhängen zueinander finden. Die Ausstellung präsentiert hier ein Beispiel.
Mittelpunkt ist ein bedeutendes Bild von Anselm Kiefer (geb. 1945), das sich mit dem Mythos von Parsifal und dem Heiligen Gral auseinandersetzt. Ihm zugeordnet sind weitere Bilder, die Helden verschiedener Art ins Spiel bringen: den griechische Held Achill, daneben Christus, und schliesslich den leidende Maler-Held Gustave Courbet. Passend zur mythischen Thematik enthalten alle diese Bilder auch textliche Elemente. Werke von Fischli/Weiss und Gabriel Orozco ergänzen die genannten Werke.
Anselm Kiefer, Parsifal, 1973, Kunsthaus Zürich, © Anselm Kiefer
Peter Fischli/David Weiss, Ohne Titel, 1994, Kunsthaus Zürich, Vereinigung Zürcher Kunstfreunde, © Fischli/Weiss
Philippe de Champaigne, The Veil of Veronica, Kunsthaus Zürich
Die Lounge
Inmitten der verschiedenen Ausstellungssäle befindet sich eine Lounge, die zum Verweilen, Lesen, Diskutieren einlädt. In diesem Raum verschmelzen Geschichte, Gegenwart und Zukunft. Durch das Fenster dieses am 8. Juni 1958 eröffneten, von Emil Georg Bührle gestifteten Ausstellungstraktes ist auf der anderen Seite des Heimplatzes das Gelände sichtbar, wo dereinst der Erweiterungsbau stehen wird. Die Wände der Lounge werden wechselnd bespielt mit neuester Kunst, Kunst von heute, die eben aus den Ateliers bekannter oder noch nicht so bekannter Künstlerinnen und Künstler gekommen ist, wie beispielsweise Gillian Wearing, Urs Fischer, Louise Lawler oder Thomas Demand.
Zur Erstbespielung dieses Raumes gehört von Anfang an ein Werk von Urs Fischer, mit dem es eine besondere Bewandtnis hat. Der Bau der Kunsthaus-Erweiterung wird – wie jedes öffentliche Gebäude – mit einer Grundsteinlegung beginnen. Statt des üblichen Steinquaders mit symbolischem Inhalt gingen wir neue Wege und fragten einen Künstler dafür an. Urs Fischer, 1973 in Zürich geboren, stand am Beginn seiner vielversprechenden Karriere als Maler und Bildhauer, als er 2004 im Kunsthaus seine erste grosse Einzelausstellung hatte. Er hat unserem Wunsch spontan zugestimmt und hatte freie Hand. Was er schuf, ist der wohl ungewöhnlichste Grundstein, den ein Museumsbau je hatte: ein Bild, das auf den ersten Blick verständlich und klar ist wie ein Signet und doch ein paar Rätsel aufgibt. Es erinnert an das wohlbekannte Bildnis von Lydia-Welti Escher von Karl Stauffer-Bern in der Sammlung des Kunsthauses. Aber wie nicht anders zu erwarten, pflegt Urs Fischer einen ironisch-distanzierten Umgang mit dem Altvertrauten und sorgt für eine überdimensionale Pointe. Ein Rüebli als Grundstein, was sonst! Staunen und Gelächter: Die Kunst ist allemal für Überraschungen gut. Auf die Grundsteinlegung dürfen wir also gespannt sein.
Gillian Wearing, Me as Sander, 2012, Kunsthaus Zürich, © Gillian Wearing
Urs Fischer, Problem Painting, 2012, © Urs Fischer / Foto: Mats Nordman
Audiovisuelle Installationen
War in einem vorangehenden Raum von gewichtiger Symbolik die Rede, von mehr oder weniger heiligen Gefässen, von Helden, von leidender Künstlerschaft, von Erlösungsgestalten, so finden sich auch in einem weiteren Raum und im Schaffen einer der wegweisenden Figuren der zeitgenössischen Videokunst und einer der bedeutendsten Schweizer Künstlerinnen unserer Zeit, Elemente von Erlösung. Bei Pipilotti Rist (geb. 1962) geht es jedoch nicht um religiöse Symbolik. Ihr Werk steht für das diesseitige Eintauchen in eine kaleidoskopische Welt, die dem Erdendasein die Schwere zu nehmen vermag und auf andere Horizonte verweist. Pipilotti Rist arbeitet in der Regel raumbezogen. Für diese Kunstform, die für unsere Zeit kennzeichnend ist, gibt es im derzeitigen Gebäude des Kunsthauses zu wenig geeigneten Raum. In diesem Raum wird deutlich, wie eine bedeutende frühere Arbeit der Künstlerin, die jüngst im Kunsthaus aufwändig restauriert wurde, in Zukunft präsentiert werden kann.
Betritt man diesen Raum, überfällt einen das Gefühl, eine unsichtbare Grenze überschritten zu haben und in einen Raum des Verbotenen, Zwielichtigen, Mysteriösen getreten zu sein. Die Falle ist zugeschnappt – und schon ziehen einen die Monitörchen, die in grossen Muscheln und Damenhandtaschen versteckt und auf den Barhockern platziert sind, magisch an, eine weitere Grenze zu überschreiten und heimlich in intime Welten zu spähen. Verstohlen geht dies jedoch nicht. Der, der sehen und hören will, muss sich tief bücken. Was sich demjenigen aber auftut, der es trotzdem wagt, sind erstaunliche Bildwelten voll sinnlicher Kraft und Poesie.
Die Handtasche ist bei Pipilotti Rist nicht nur Fetisch und Symbol für Weiblichkeit, sondern auch der Videoinstallation eigenes Symbol für verborgene Lebenswelten, eine Art moderne Büchse der Pandora, in der, wie sie sagt, «alles (…) Platz hat wie in einer kompakten Handtasche.»
Pipilotti Rist, Yoghurt on Skin – Velvet on TV, 1994, Kunsthaus Zürich, Vereinigung Zürcher Kunstfreunde, Gruppe Junge Kunst, © Pipilotti Rist
Wechselausstellungen: Matisse
Neben dem Bührlesaal wird auch der Erweiterungsbau es ermöglichen, Wechselausstellungen zu zeigen. Und zwar solche von mittelgrossem Format, was dem Kunsthaus lang ersehnte und dem Publikum neue Perspektiven bietet. Um auf diese wichtige Funktion des Erweiterungsbaus hinzuweisen, zeigen wir hier – 30 Jahre nach der grossen Ausstellung zu diesem Künstler im Bührlesaal – eine exquisite Gruppe kapitaler Werke von Henri Matisse. Neben den exzellenten Sammlungsbestand tritt dabei ergänzend eine auserlesene Gruppe von Leihgaben, bis auf eine alle aus Schweizer Besitz.
Die Werke zeigen Höhepunkte der Entwicklung von Matisse als Maler und Bildhauer. Sie machen anschaulich, wie Matisse Leitmotive seiner Kunst von den postimpressionistischen und fauvistischen Anfängen bis zum Spätwerk ständig weiter entwickelte, wie etwa das Verhältnis von Figur und Bildgrund, von Raum und Fläche. Besonders eindrucksvoll ist etwa die Entwicklung seiner berühmten vier «Rückenakte», die in Etappen von 1909 bis 1930 erfolgte. In der letzten Fassung hat sich das Motiv einer sich an eine Wand pressenden Frau zu dem einer weiblichen Figur gewandelt, die einem als räumlich offen aufgefassten Bildgrund zugewendet ist. Direkt im Anschluss daran zeigt ein bedeutendes so genanntes «Papier découpé» aus Matisse‘ letzten Jahren, Nu bleu, La grenouille, wie dieses Thema im Spätwerk auf eine neue Ebene gehoben wird: Matisse sprach in diesem Kontext davon, dass er beim Schneiden dieser Papiere wie ein Bildhauer direkt in den Raum der Farbe schnitt – Fläche und Raum müssen nun nicht mehr als einander entgegengesetzte Grössen dargestellt werden – sie sind in der unbegrenzten Membran der Farbe miteinander versöhnt. Matisse findet hier für grundlegende Fragen der Malerei neue und für die Moderne massgebliche Antworten.
Henri Matisse, Nu bleu, la grenouille, 1952, Fondation Beyeler, Riehen/Basel, © Succession H. Matisse / 2012 ProLitteris, Zürich
Henri Matisse, Intérieur à Collioure (La Sieste), 1905, Sammlung Merzbacher, © Succession H. Matisse / 2012 ProLitteris, Zürich
Interview mit David Chipperfield
Foto © Ingrid von Kruse
Das Kunsthaus ist nicht Ihr erstes Museumsprojekt. Was reizt Sie an dieser Aufgabe?
Museumsprojekte sind baulich besonders interessante Aufgaben, weil sie einen hohen architektonischen Aspekt beinhalten; das Gestalten von Räumen und ihre Belichtung betrifft unmittelbar den Kern von Architektur. Auch arbeitet man mit anspruchsvollen Bauherren zusammen, die wissen, was sie wollen. Der Gestaltung von Museen wohnt eine gewisse Direktheit inne, denn man schafft Räume für die Kunst und kann deshalb diskutieren, wie Architektur und Kunst zusammenwirken. Auch bei der Planung anderer Arten von Projekten, wie etwa Flughäfen, versuchen die Architekten gute Architektur zu entwickeln. Die Aufgabe ist jedoch stärker zweckorientiert. Dies führt von der eigentlichen Architektur weg.
Bei Projekten im Wohnungs- und Bürobau werden Architekten oft übergangen, weil viele Leute denken, dass es dafür keine Architekten braucht.
Ist das ein globaler Trend?
Das Denken in der Schweiz unterscheidet sich diesbezüglich sehr stark von dem der angelsächsischen Welt. Die Qualität von öffentlichen Bauwerken spielt hier immer noch eine wichtige Rolle. Wir sitzen gerade in einem Hotel, das sorgfältig gestaltet und eingerichtet wurde. Schweizerinnen und Schweizer erwarten, dass die Dinge gut geplant und gebaut werden. Design ist zu einem neuen Verkaufsargument geworden und lenkt die Aufmerksamkeit auf etwas, das mit Alltagsqualität zu tun hat. Meine Schweizer Architektenfreunde klagen zwar, dass es nicht mehr sei wie früher, aber ich muss sagen, dass die Situation gegenüber anderen Ländern dennoch einzigartig ist.
Was ist das Spezielle an der Situation beim Kunsthaus Zürich?
Ich halte es für sehr wichtig, dass der Erweiterungsbau das historische Gebäude nicht entwertet. Die Baukörper am Heimplatz stehen einander gegenüber und bilden ein einheitliches Ensemble, das eine physische Verbindung aufweist. Eine unter dem Platz verlaufende Passage verbindet das Kunsthaus mit dem Erweiterungsbau. Sie können auf der einen Seite Ihren Mantel abgeben, Ihre Eintrittskarte kaufen, die Treppe hinuntersteigen, hinüberspazieren und sich im anderen Gebäude die Ausstellung anschauen.
Die Vorstellung, dass man als Passant ohne Eintrittskarte durch den Neubau spazieren kann, ist faszinierend. Die Eingangshalle, welche die gesamte Länge des Gebäudes einnimmt, kann somit Teil Ihres Spaziergangs sein. Dies verleiht dem Komplex eine hohe öffentliche Zugänglichkeit. Ein zweckorientierter Eingangsbereich wird zum öffentlichen Raum. Die grossen zum Platz und zum Garten weisenden Eingänge schaffen zusammen mit den an allen Gebäudeseiten angebrachten Fenstern einen engen Bezug zur umliegenden Stadt.
Mit der Planung des neuen Gebäudes einher geht auch das Konzept einer Grünzone, die verschiedene Stadtteile miteinander verbindet, und des neuen Gartens der Kunst hinter dem Gebäude, der als Zugang zu den oberen Stadtteilen fungiert Die Setzung des Gebäudes ermöglicht ein breites Trottoir an der Fronsteite des Gebäudes, das sich meiner Ansicht nach als sehr nützlich erweisen wird. Von grösseren Stadtgebäuden umgeben, wird der Heimplatz zu einem eigentlichen urbanen Platz werden.
Wie gehen Sie mit Kritik und anderen äusseren Einflüssen um?
Darum geht es letztlich in der Architektur – um die Vermittlung zwischen verschiedenen Standpunkten.
Das Projekt hatte seine eigene implizite Grössenordnung. Das Museum braucht viele neue Einrichtungen und grosszügige Ausstellungsräume.
Die Schwierigkeit beim Wettbewerb 2008 bestand darin, diese Grössenordnung zu meistern und das Gebäudeinnere zu organisieren.
Eine Sorge war, ob der Bau wirklich so gross sein musste und ob er weiter zurückversetzt werden könnte. Man sollte sich diese Form von Kritik zunächst anhören und dann darüber nachdenken, wie ihr am besten begegnet wird. Es fand ein ehrlicher Dialog statt, und am Ende des Vorprojekts vertrauen unser Bauherr und wir darauf, dass wir zum bestmöglichen Ergebnis gelangt sind.
Was muss man bei der Planung eines solch wichtigen Bauwerkes in Zürich beachten?
Zunächst einmal macht Zürich auf mich den Eindruck einer soliden Stadt mit einer gewissen Gelassenheit, die grundsätzlich Wert auf Qualität legt.
Wenn Sie eine gute Sammlung oder ein gutes Programm haben, strömen die Besucher ohnehin in die Museen. Kann die Architektur so etwas noch unterstützen? Ja, ich denke schon. Wenn eine provinzielle Stadt wie Bilbao jährlich fast eine Million Besucher ins Museum locken kann, dann ist das ein klarer Beweis dafür.
Die Hülle ist ein wichtiger Blickfang. Doch Sie sprechen vor allem auch von einem «Haus der Räume».
Kunst muss man grundsätzlich pflegen. Das ist am nachhaltigsten. Die Modeerscheinungen in der Architektur kommen und gehen. Räume, die eine ruhige Kulisse bieten und Kunst gut in Szene setzen, werden über Jahrhunderte Bestand haben. Wer mit dem Bau eines Museums beginnt, hat zwei Möglichkeiten: Plant man einen grossen Raum, der sich unterteilen lässt, oder mehrere Einzelräume? Wir begannen das Kunsthaus-Projekt mit einem Gebäude, das konzeptionell auf dem «Haus der Räume» beruht.
Was genau verstehen Sie darunter?
Die Welt ist gewaltig, und wir halten uns an Dinge, die zwischen unserer individuellen Position und dem kollektiven Grossen vermitteln. Architektur existiert in Bezug auf die menschliche Wahrnehmung. Es gibt Momente, in denen sie versucht, uns einzuschüchtern. Beim Besuch von Kathedralen kann das jeder selbst erfahren. Hier herrschen geistliche Maßstäbe vor, nicht menschliche Grössenordnungen. Sie übersteigen das menschliche Mass auf eine Weise, dass wir uns dennoch wohlfühlen. Für Flughäfen trifft das meiner Ansicht nach nicht zu. Man lernt zwar, sich zurechtzufinden, bleibt aber immer ruhelos. Wer sich Kunst anschaut, der will nicht ruhelos sein. Man möchte ein Kunstwerk begreifen, und die Architektur soll helfen, dass man sich dabei wohlfühlt.
Gibt es eine ideale Raumgrösse?
Man weiss, dass für einen Kunstraum sechs bis sieben Meter Tiefe komfortabel sind. So viel braucht man, um zurückzutreten und etwas an einer Wand zu betrachten. Wenn die Räume zu klein oder zu gross dimensioniert sind, büssen die Wände an Präsenz ein. Die Leere eines Raums, die Nähe und Präsenz der Wände und die Gegenstände an der Wand bilden also ein Gleichgewicht. Beim Kunsthaus haben wir nie vergessen, dass wir es mit einem Gebäude zu tun haben, das sich in einem historischen Kontext befindet und das sowohl Flexibilität als auch klar definierte Räume bieten sollte. Bei einem komplett flexiblen Museum ergibt sich das Problem, dass jedes Verschieben einer Wand mit Aufwand verbunden ist. Deshalb stellt sich zunächst die Frage, wie man bereits in der Planung die Voraussetzung schafft für adäquate Räume. Beim neuen Kunsthaus haben wir uns tatsächlich für wohlproportionierte Räume entschieden. Wir wissen, welche Art von Kunst dort einziehen wird: die Sammlung zeitgenössischer Kunst ab den 1960er Jahren, die Klassische Moderne, die Bührle-Sammlung sowie temporäre Ausstellungen. Einige besonders grosse Räume eignen sich für zeitgenössische Werke anderer Dimensionen.
Welche Kunst mögen Sie selber?
Ich bin ein Fan der Klassischen Moderne, interessiere mich aber auch für zeitgenössische Kunst. Ich glaube an die Kraft von Objekten und schönen Dingen, beispielsweise von Gemälden oder einer ägyptischen Büste. Ich kann der magischen Anziehungskraft von Artefakten nicht widerstehen. Diese Dinge verströmen Menschlichkeit. Und wir unterschätzen die Kraft der Menschlichkeit.
Interview: Andreas Schiendorfer
Fakten
Nettogeschossfläche: 18700 m2
Räume für die Kunst: 5040 m2
Französische Kunst und Impressionismus: 550 m2
Stiftung Sammlung E.G. Bührle: 960 m2
Klassische Moderne: 1070 m2
Zeitgenössische Kunst ab 1960: 900 m2
Wechselausstellungen: 710 m2
Öffentliche Flächen: 2980 m2
Kunstvermittlung: 330 m2
Festsaal inkl. Catering: 800 m2
Besucherservice / Halle: 1610 m2
Bar: 120 m2
Shop: 120 m2
Projektkosten
Zielkosten CHF 180 Mio.
Kostendach inkl. Reserven CHF 206 Mio., davon Anteile
Stadt Zürich CHF 88 Mio.
Zürcher Kunstgesellschaft CHF 88 Mio.
Kanton Zürich CHF 30 Mio.
Bauherr
Einfache Gesellschaft Kunsthaus Erweiterung
Stadt Zürich, Kulturpolitik und Hochbau
Zürcher Kunstgesellschaft, Trägerin des Museums
Stiftung Zürcher Kunsthaus, Eigentümerin und Verwalterin der Liegenschaften
Baumanagement
Amt für Hochbauten der Stadt Zürich
Architektur
David Chipperfield Architects
Landschaftsarchitektur
Wirtz International, Schoten
Betrieb
Damit der Betrieb reibungslos läuft, hat Finanzchef Hans Peter Meier gemeinsam mit der Boston Consulting Group einen Businessplan erstellt. Dieser Geschäftsplan – behutsam, mit eher konservativen Berechnungen arbeitend – simuliert ein realistisches Szenario im Jahr 2020. «Wir setzen den normalen Betrieb voraus, ohne den erwarteten Zustrom kurz nach der Eröffnung», sagt Hans Peter Meier dazu. Der Geschäftsplan definiert das zukünftige Geschäftsmodell und die wirtschaftlichen Kennzahlen. Er weist Aufwand aus und Wege, wie dieser durch Einnahmen gedeckt werden kann.
«Unser Ziel ist es, den erwarteten jährlichen Mehrbedarf von rund 8,5 Mio. Franken zur Hälfte aus eigenen Mitteln zu decken und damit den hohen Eigenfinanzierungsgrad von über 50 Prozent zu halten».
Vorgesehen ist eine Erhöhung des Personalbestandes um 50 Stellen. Das entspricht umgerechnet 62 Prozent oder dem Zuwachs von heute 81 auf dann 131 Ganztageskräfte. Alle Bereiche, so Meier, werden wachsen – von der Ausstellungsorganisation über das Sponsoring und die Kommunikation bis zum Technischen Dienst und den Aufsichten. «Wir schaffen attraktive Arbeitsplätze, die nachhaltig sind und unterschiedlich qualifizierten Bewerberinnen und Bewerbern ein inspirierendes Umfeld bieten».
Die Planerfolgsrechnung ab dem zweiten Jahr nach der Eröffnung sieht für das gesamte Kunsthaus Betriebskosten* von CHF 27,6 Mio. vor (bisher CHF19 Mio). Mit 49 Prozent der Ausgaben ist der Personalaufwand (einschliesslich 18 Prozent Sozialkosten) der grösste Kostenblock. Zum Vergleich: Im Durchschnitt der Jahre 2008 bis 2010 beliefen sich die Personalkosten auf 50 Prozent der Ausgaben. Ihr zukünftiger Anteil am Gesamtbudget bleibt so gut wie identisch.
Im Businessplan rechnet der Finanzchef mit durchschnittlich 385‘000 Besuchern jährlich. Das entspricht einer Steigerung von 36 Prozent im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt. Die höhere Anzahl von Besuchenden und der zusätzliche Shop im Erweiterungsbau ermöglichen, dass bei den Einnahmen aus dem Shop-Sortiment mit CHF 1,9 Mio. gerechnet werden kann.
Viel Potenzial sieht Meier auch im Sponsoring. «Der neue Festsaal, und die gesteigerten Wahrnehmungsmöglichkeiten, die das dann grösste Kunstmuseum der Schweiz bietet, wird auch neue Förderer anziehen». Hier sind Ertragssteigerungen um 90 Prozent vorgesehen.
Und nicht zuletzt möchte die Zürcher Kunstgesellschaft ihre Basis ausbauen. Durch massgeschneiderte, attraktive Angebote kann die Zahl der Mitglieder um 25 Prozent auf 25‘000 gesteigert werden. Erste Ideen hierzu wurden an einem Mitglieder-Workshop im Juni gesammelt.
Und wie wappnet man sich gegen Überraschungen? «Bis zur Eröffnung werden wir weitere Kosten- und Ertragseffekte aufspüren», ist Meier zuversichtlich. Im Bereich der Energie und der Nebenkosten sind effizientere Lösungen zu erwarten. Abgestützt auf ein positives Resultat bei der Volksabstimmung wird nicht zuletzt auch die Öffentliche Hand ihre Zusagen einhalten können. Dann ist der Betrieb des Kunsthauses auch in Zukunft gesichert.
*) In den Betriebskosten nicht enthalten sind wie bisher die Gebäudeunterhaltskosten für die Instandhaltung und Werterhaltung der Liegenschaften. Diese Kosten trägt die Eigentümerin der Liegenschaften die Stiftung Zürich Kunsthaus mit Unterstützung der Stadt Zürich.
Comics von Ruedi Widmer
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Tag der offenen Tür
Samstag, 27. Oktober, 10–20 Uhr. Eintritt frei
Auf dem Weg zum neuen Kunsthaus möchten wir ganz Zürich mitnehmen. Deshalb öffnen wir das ganze Kunsthaus gratis und laden ein, hinter die Kulissen zu blicken. Motivieren Sie Ihre Zürcher Freunde und Kollegen, das Kunsthaus neu zu entdecken. Wir sind für einen Ansturm gewappnet. Vorab ein Auszug aus dem vielseitigen Programm:
• Auf Rundgängen durch das Kunsthaus, über den Heimplatz und auf den zukünftigen Baugrund gegenüber verfolgen Sie die Entwicklung von der Architektur Karl Mosers bis zum Entwurf von David Chipperfield Architects.
• Welche Voraussetzungen muss man mitbringen, um einen der 70 neuen Jobs zu erhalten, die bis 2017 geschaffen werden? Wer sind die Gönner und Mäzene, die dem Kunsthaus etwas Gutes tun? Sammler und Mitarbeiter geben darüber Auskunft.
• Interaktion wird grossgeschrieben: Beim Spielen in der Sammlung und dem Malen zu Musik für alle Generationen. Am Abend legt sich die ausdrucksstarke Stimme von Piratesse Billa mit einem gelesenen Hörstück über die quirligen Museumsgeräusche.
Piratesse Billa. Foto © Beate Frommelt
• Überhaupt kommen Liebhaber der Tonkunst auf ihre Kosten: Ronin Music – Nik Bärtsch, Kaspar Rast und Sha spielen live Zen-Funk vom Feinsten.
Bärtsch, Rast, Sha – Ronin Music. Foto © Martin Möll
• Während Führungen mit Restauratoren können unsere Gäste den Gips-Skulpturen von Alberto Giacometti auf die raue Pelle rücken und die tiefer liegenden Schichten von Ferdinand Hodlers «Die Wahrheit» ergründen.
• Die Grafische Sammlung bereitet ihr 100-Jahr-Jubiläum vor. Was dabei in den Fokus gerät, verraten wir im Studiensaal.
• Die Aufführung von Alexandra Bachzetsis‘ «A piece danced alone» in Zürich darf als Höhepunkt dieses Tages bewertet werden.
«A Piece Danced Alone» von Alexandra Bachzetsis (rechts), mit Tänzerin Anne Pajunen.
Foto © Melanie Hofmann
• Wir erfahren, wo sonst in Zürich Kunst geschaffen wird und welche Mechanismen mitspielen, bevor sich ein Galerist, ein Verlag oder ein Museum für das Werk oder seine Produzenten entscheidet.
• Meist erfährt die Öffentlichkeit im Nachhinein, wenn das Kunsthaus beschenkt wurde. Diesmal packen wir einen Neuzugang vor aller Augen aus.
• Wähle das Kunstwerk des Tages!
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• Schöne Bücher preiswert! Die Bibliothek verkauft Dubletten: Bücher, Kataloge und Magazine.
>Detailprogramm (pdf)
Unterstützt von:
Kunstvermittlung
Erwachsene
Öffentliche Führungen
Sonntags 11 Uhr, dienstags 12 Uhr, mittwochs 18 Uhr, donnerstags 15 Uhr (auf Deutsch).
Mit Gruppenführungssystem, CHF 6.– / 4.– Mitglieder.
Private Führungen
für Gruppen von 2 bis 20 Personen – per Wunschdatum und auch in Fremdsprachen – können telefonisch gebucht werden: +41 (0)44 253 84 84 (Mo–Fr 9–12 Uhr) und kosten ab CHF 175.–.
Foto © Caroline Minjolle
Kinder
Das neue Kunsthaus als Zauberkiste?
In manchen Häusern wohnen Hexen und Räuber, in anderen Prinzen und gute Feen. Wer wird wohl in den neuen Teil des Kunsthauses einziehen? Wir schauen uns die aktuelle Ausstellung über die Erweiterung an und lassen uns die Modelle und die Räume ihre Geschichten erzählen. Weisse Boxen bekommen von uns anschliessend ein verzaubertes Innenleben.
Mi, 10. Oktober, 14–16 Uhr oder Mi, 21. November, 14–16 Uhr. Mit Ildikó Séra
CHF 15.–
Ab 6 Jahren
Farben und Formen…
…Muster und Kompositionen – eine ungegenständliche Welt. Mal ganz ordentlich angeordnet und geometrisch, mal ganz malerisch und frei verteilt auf der Bildfläche. Für eigene Werke lassen wir uns von verschiedenen Bildern inspirieren. Unsere Technik im Malatelier ist die Collage, wir arbeiten mit farbigem Papier, Schere und Leim.
Mi, 17. Oktober, 14–16 Uhr oder Sa, 24. November, 14–16 Uhr. Mit Sibylle Burla
CHF 15.–
Ab 6 Jahren
Achtung, Baustelle!
Ein Museum kann vieles sein! Du schaust das Kunsthaus von innen und aussen an und blickst hinter die Kulissen. Dann bist du Architekt/in und baust ein Modell. Pack Karton- und Plastikteile, Styropormaterial und Stecknadeln ein und komm her!
Block: Mi, 24. und 31. Oktober, 14–16 Uhr, Wiederholung: Mi, 28. November und 5. Dezember, 14–16 Uhr. Mit Barbara Brandt
CHF 30.–
Ab 7 Jahren
Augen auf!
Gar nicht einfach, die Details auf einem Kunstwerk immer sofort zu erkennen. Manchmal sieht aber auch alles zum Greifen echt aus. Und dann? Traust du deinen Augen? Ist alles wahr, was du siehst? Ständig fallen wir auf die Täuschungen der Künstler rein. Ob dir solche Tricks auch gelingen?
Di, 9. Oktober, 10.30–15 Uhr. Mit Barbara Brandt
CHF 30.–
Ab 8 Jahren
Zukunft…
…und Gegenwart. Im geplanten Erweiterungsbau des Kunsthauses wird es viel Platz für neue Bilder haben. Welche das sein könnten, kannst du jetzt schon mal in einer Ausstellung entdecken. Da gibt es ganz tolle Werke zu sehen. Und das macht Lust, gleich selber zum Pinsel zu greifen.
Mi, 14. November, 14–16 Uhr oder Sa, 8. Dezember, 14–16 Uhr. Mit Sibylle Burla
CHF 15.–
Ab 8 Jahren
Für diese Veranstaltungen bitten wir um Anmeldung: Telefon 044 253 84 84
Foto © Caroline Minjolle
Adresse
Kunsthaus Zürich, Heimplatz 1, CH–8001 Zürich, Tel. +41 (0)44 253 84 84
Offen
Sa/So/Di 10–18 Uhr, Mi/Do/Fr 10–20 Uhr. Montags geschlossen.
Feiertage: 26. Dezember, 1./2. Januar 2013: 10–18 Uhr. 24./25./31. Dezember: geschlossen.
Eintritt
Eintritt inkl. Audioguide D/E/F: CHF 15.–/10.–
reduziert/12.– Gruppen ab 20 Personen.
Mittwochs freier Eintritt.
Kombiticket inkl. Sammlung und Ausstellung «Paul Gauguin» CHF 25.–/18.–
reduziert/20.– Gruppen ab 20 Personen.
Bis 16 Jahre gratis.
Vorverkauf
SBB RailAway-Kombi
Ermässigung auf Anreise und Eintritt: am Bahnhof oder beim Rail Service 0900 300 300 (CHF 1.19/Min. ab Festnetz), www.sbb.ch
Magasins Fnac
Verkaufsstellen CH: Rives, Balexert, Lausanne, Fribourg, Pathé Kino Basel, www.fnac.ch
F: Carrefour, Géant, Magasins U, 0 892 68 36 22 (0.34 €/min), www.fnac.com
BE: www.fnac.be
Anreise
Das Kunsthaus ist vom Hauptbahnhof in wenigen Minuten bequem erreichbar.
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln, Haltestelle «Kunsthaus»:
Ab Hauptbahnhof Zürich: Tram Linie 3 und Bus Linie 31
Ab Paradeplatz: Tram Linien 8 und 9
Ab Bahnhof Enge: Tram Linie 5
Ab Bahnhof Stadelhofen: Via Bellevue mit Tram 5, 8, 9
Hinweis: Mit der ZürichCard ist die Fahrt zum Kunsthaus mit allen öffentlichen Verkehrsmitteln gratis.
Mit dem Auto: Am nächsten zum Kunsthaus liegt das Parkhaus Hohe Promenade an der Rämistrasse (nähe Bellevue).
Der Zugang für behinderte Personen ist gewährleistet.
Gruppen und Schulklassen nur gegen Voranmeldung. Andernfalls ist mit Wartezeiten zu rechnen.
Tel. +41 (0)44 253 84 84
Publikation
Ein Magazin zur Ausstellung wird gratis abgegeben. Es enthält Abbildungen der ausgestellten Werke, Modellfotos der Architektur und Beiträge von verschiedenen Autoren.
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IMPRESSUM
Zürcher Kunstgesellschaft
Postfach
CH-8024 Zürich
Redaktion: Philippe Büttner, Björn Quellenberg, Christoph Becker, Franziska Lentzsch
Koordination: Kristin Steiner
Gestaltung: Büro4, Zürich
Technische Realisation: Fint, Zürich
Abdruck mit Quellenangabe erwünscht.
© 2012 Kunsthaus Zürich
Bildlegenden Hintergrundbilder
Die Ausstellung
• Plakat zum Procès Barrès, 1921, in: Dossier de documents et de revues dadaïstes, 1914-1924, zusammengestellt von André Breton, Kunsthaus Zürich, Bibliothek, Sammlung Dadaismus
• Franz Gertsch, Silvia III, 2004, Kunsthaus Zürich, Vereinigung Zürcher Kunstfreunde, © Franz Gertsch
• Richard Long, Bourgogne Circle, 1989, Kunsthaus Zürich, © 2012 ProLitteris, Zürich
• Paul Cézanne, La Montagne Sainte-Victoire, 1902/06, Kunsthaus Zürich, Erworben mit einem Beitrag von Emil Bührle
• Willem de Kooning, Ohne Titel XI, 1982, Sammlung Hubert Looser, © The Willem de Kooning Foundation / 2012, ProLitteris, Zurich
• John Chamberlain, Archaic Stooge, 1991 Sammlung Hubert Looser, © 2012 ProLitteris, Zürich
• Roy Lichtenstein, Yellow Brushstroke, 1965, Kunsthaus Zürich, © 2012 ProLitteris, Zürich
• Claude Monet, La meule au soleil, 1891, Kunsthaus Zürich, Erworben aus dem Legat Otto Meister mit einem Beitrag der Schweizerischen Kreditanstalt
• Vincent van Gogh, Cabanes blanches aux Saintes-Maries, 1888, Kunsthaus Zürich, Schenkung Walter Haefner
• Anselm Kiefer, Parsifal, 1973, Kunsthaus Zürich, © Anselm Kiefer
• Peter Fischli/David Weiss, Ohne Titel, 1994, Kunsthaus Zürich, Vereinigung Zürcher Kunstfreunde, © Fischli/Weiss
• Philippe de Champaigne, The Veil of Veronica, Kunsthaus Zürich
• Gillian Wearing, Me as Sander, 2012, Kunsthaus Zürich, © Gillian Wearing
• Urs Fischer, Problem Painting, 2012, © Urs Fischer / Foto: Mats Nordman
• Pipilotti Rist, Yoghurt on Skin – Velvet on TV, 1994, Kunsthaus Zürich, Vereinigung Zürcher Kunstfreunde, Gruppe Junge Kunst, © Pipilotti Rist
• Henri Matisse, Intérieur à Collioure (La Sieste), 1905, Sammlung Merzbacher, © Succession H. Matisse / 2012 ProLitteris, Zürich
Die Erweiterung
• Modellfotos © Ute Zscharnt für David Chipperfield Architects
Extras
• Videostill aus Video von Ursus & Nadeschkin, © 2012 by Ursus & Nadeschkin
Veranstaltungen
• Fotos © Caroline Minjolle
Informationen
• Foto © Anita Affentranger