http://www.kunsthaus.ch/de/information/erweiterung/projekt/architekturstaedtebau/architektur-staedtebaurueckblick-auf-phase-i/?redirect_url=title%3DR%3F%E2%20ac%153%3F%3Fgl

Kunsthaus Zürich

Architektur / Städtebau
Rückblick auf Phase I

Im Jahr 2006 standen Vorabklärungen zu den Themen Städtebau, Architektur, Denkmalpflege/Archäologie, etc. im Vordergrund, im Jahr 2007 lag der Fokus auf dem Thema Grundstück sowie der konkreten Vorbereitung des Wettbewerbs.

Der Wettbewerb selbst, lanciert mit der offenen Einladung zur Bewerbung zur Präqualifikation, wurde mit dem Briefing der 20 ausgewählten Teams (Architekten, Landschaftsarchitekten, Bauingenieure) am 7.4.2008 gestartet. Am 7.11.2008 kürte die Jury unter Vorsitz von Walter B. Kielholz und moderiert von Prof. Carl Fingerhuth das Projekt des Büros David Chipperfield Architects zum Sieger.

Briefing der 20 Teilnehmenden am Architekturwettbewerb

Alle teilnehmenden Teams aus der Schweiz, Europa und Übersee fanden sich am 7.4.2008 zu einem Briefing im Kunsthaus Zürich ein. Nach begrüssenden Referaten vom gesamten Lenkungsausschuss, die das Projekt aus verschiedenen Sichtweisen beleuchteten, wurden die Unterlagen ausgehändigt. Zentrales und verbindliches Dokument ist das Wettbewerbsprogramm: es beschreibt das Neue Kunsthaus ausgehend von den künstlerischen Inhalten (Präambel und Kapitel D), gibt wichtige Informationen zu den Rahmenbedingungen am Ort (Kapitel C) und setzt die Eckpunkte des Verfahrens fest (Kapitel A und B). Sein Text ist verbindlich für die Durchführung des Wettbewerbs; es liegt in deutscher und englischer Sprache vor. Führungen durch das Kunsthaus, über den Wettbewerbsperimeter und Heimplatz sowie durch die Sammlung Bührle rundeten den Anlass ab.

Wettbewerbsprogramm

Präambel

Einführendes Statement von Kunsthaus Direktor Christoph Becker
Präambel

Das Neue Kunsthaus – Vision, inhaltliches Konzept, Raumprogramm

Das Kapitel D legt die Überlegungen und Anforderungen des Bauherrn und zukünftigen Nutzers Kunsthaus Zürich dar. Basierend auf seiner Geschichte wird die künstlerische Vision samt Konzept formuliert. Abschliessend wird der Erweiterungsbau räumlich konkretisiert. Das Kapitel folgt damit der grundsätzlichen Herangehensweise im Projekt: «vom Inhalt zur Hülle».
Vision und inhaltliches Konzept | Räumliches Konzept und Raumprogramm

Die weiteren Kapitel des Wettbewerbsprogramms sind eher technischer Natur, vgl. Inhaltsverzeichnis.

Inventarentlassung Turnhallen/Garten

Die Entlassung zweier Turnhallen auf dem Gelände der Kunsthaus-Erweiterung ist nötig, um den Architekten Spielräume zur Erfüllung der komplexen Anforderungen des Ortes und der Aufgabe zu geben. Der Heimatschutz hat gegen diese Entlassung aus dem Inventar Rekurs eingelegt. Sein Vorschlag, ein Museum unter der Erde oder an einem anderen Standort zu bauen, macht jedoch weder aus städtebaulichen noch aus betrieblichen Überlegungen Sinn. In einer von der Stadt Zürich versandten Medienmitteilung hat das Projektteam dazu Position bezogen.

Mit der Kunsthaus-Erweiterung wollen Ausstellungsmacher und Konservatoren einem öffentlichen Anliegen zeitgemäss entsprechen und eine Kunstvermittlung ermöglichen, die alle Epochen miteinander verbindet. Um diese gemeinnützige Rolle zu erfüllen, ist die Verknüpfung des neuen mit dem bestehenden Gebäude unerlässlich. Der Ausschluss von Tageslicht hiesse, mit einem entscheidenden Merkmal der Kunsthaus-Bauten von Karl Moser, den Gebrüdern Pfister und Erwin Müller zu brechen. Die zum Teil bald 100–jährigen, restaurierten Glasdächer prägen das Erscheinungsbild des Kunsthauses. Auch Künstler schaffen weiterhin unter Tageslicht. Und unter denselben Bedingungen sollten ihre Werke optimal präsentiert werden.
Auch die betrieblichen Gründe für den Standort Heimplatz sind einleuchtend. Der Unterhalt mehrerer Depots oder der ständige Transport von Kunst zwischen vereinzelten Standorten ist ökonomischer Unsinn und stellt erhebliche Sicherheitsrisiken dar. Die Infrastruktur muss so angelegt sein, dass Synergien geschaffen werden können – wie in der Nutzung von Werkstätten oder Restaurierungsateliers.
Und städtebaulich? Der Hochschulmasterplan, der das Gelände für die Erweiterung einschliesst, sieht den Erhalt und den Ausbau von Grünflächen bei einer gleichzeitigen Verdichtung vor. Ein Garten der Kunst ist deshalb bereits Teil des Projekts; zur denkmalgeschützten Kantonsschule am oberen Ende des Areals wird ein gebührender Abstand gewahrt. Die städtebaulich angestrebte Neufassung des Heimplatzes und die Errichtung eines sichtbaren «Tors der Künste» ist nur überirdisch lösbar.

Nicht zuletzt denkt die Kunstgesellschaft an die Bedürfnisse seines Publikums. Die physiologische Wirkung von unterirdischen Räumen – das Gefühl des Gefangenseins, Orientierungsverlust etc. – sind dem Kunsterlebnis abträglich.
Der Weg des Heimatschutzes führt unter die Erde. Kunst und Menschen gehören ans Licht.

Städtebaulicher Kontext: Hochschulmasterplan

Die Kunsthaus-Erweiterung fügt sich in die Entwicklungsplanung des Hochschulgebiets Zürich Zentrum ein. Sie ist eine der ersten Massnahmen, die realisiert wird.

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Heimplatz mit dem heutigen Kunsthaus (helles Gebäude unten) und dem  Standort der Erweiterung (helles Areal oben)
© 2007 Geomatik + Vermessung Stadt Zürich
Heimplatz mit dem heutigen Kunsthaus (helles Gebäude unten) und dem Standort der Erweiterung (helles Areal oben)
© 2007 Geomatik + Vermessung Stadt Zürich
Briefing der Teilnehmendem am Architekturwettbewerb
Briefing der Teilnehmendem am Architekturwettbewerb