http://www.kunsthaus.ch/de/information/ueber-uns/?redirect_url=title%3Dmov

Kunsthaus Zürich

Grusswort

Frust und Lust

Zwei Jahre nach der Volksabstimmung – immer noch keine Bewegung am Heimplatz. Unser Projekt der Kunsthaus-Erweiterung von David Chipperfield, das samt Gestaltungsplan im November 2012 gutgeheissen wurde, fand und findet nationale und internationale Beachtung, und Vertreter des Kunsthauses wie auch viele Mitglieder der Kunstgesellschaft werden immer öfter darauf angesprochen, wie weit denn der Bau schon gediehen sei. Man kann es sich denken: Peinliche Betretenheit herrscht angesichts der jetzigen Situation. Die Zürcherinnen und Zürcher waren dafür, der Gestaltungsplan wurde ohne Widerspruch genehmigt und die Finanzierung, auch von privater Seite, ist komplett gesichert. Aber geschehen kann nichts am Heimplatz, ausser dass sich immense Kosten zu türmen beginnen. Bei unserem Projekt herrscht Stillstand, den uns ein später Rekurs aus Luzern und das instanzenreiche und zeitaufwändige Gerichtsverfahren auferlegen. Das ist nicht gut. Wir hoffen, dass dieses Prozedere so schnell wie möglich seinen Abschluss findet und wir endlich anfangen können. Wir wissen viele Unterstützer an unserer Seite, und ich danke auch im Namen meiner Kolleginnen und Kollegen im Vorstand und im Kunsthaus für den breiten Zuspruch, den wir erfahren. Wir danken es Ihnen mit einem fulminanten Start am Heimplatz in die neue Saison. Egon Schiele ist zu Gast im Bührlesaal, sozusagen ein Superstar der Kunstgeschichte, den wir Ihnen zusammen mit der englischen Künstlerin Jenny Saville (*1970) im spannenden Dialog präsentieren. Parallel dazu sind Ferdinand Hodler und Jean-Frédéric Schnyder in den historischen Mosersälen zu sehen. Während rund achtzig Werke unserer Sammlung in Japan und Alberto Giacometti in Wien ihre grossen Auftritte haben, wird Javier Téllez in den nun freien Räumen der Alberto Giacometti-Stiftung mit raumgreifenden Installationen gezeigt. Wir berichten über Restaurierungsprojekte von Hauptwerken Bonnards und Vallottons und die diesjährige Bilderwahl-Ausstellung «Monolithic Water» ab Dezember sollten Sie nicht versäumen. Bauarbeiten gibt es übrigens doch: Das über hundertjährige imposante Dach der Moserbaus am Heimplatz wird aufwändig restauriert, und deshalb begleitet uns ein eindrückliches Gerüst bis zum Abschluss der Arbeiten Anfang 2015 – unter dem der Betrieb ganz unbeeinträchtigt weiterläuft. Kommen Sie uns besuchen, so wie die mehr als 8‘000 meist jungen Menschen, die das Kunsthaus an der Langen Nacht der Museen regelrecht im Sturm erobert haben!

Ihnen allen Danke für Ihre Neugier und Ihr Vertrauen und viel Vergnügen im Kunsthaus Zürich,
Ihr Christoph Becker

Direktor Christoph 
Becker
Direktor Christoph Becker