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Kunsthaus Zürich

Ausstellungsorganisation

Das Auge des Orkans

Die Organisation einer Ausstellung beginnt meist schon Jahre bevor die Einladung zur Vernissage verschickt wird: Die Arbeitsplanung erfolgt, sobald die Programme der zwei bis drei kommenden Jahre vorliegen. Von diesem Zeitpunkt an bis zur Vernissage ist die jeweilige Mitarbeiterin der Ausstellungsorganisation in den Ablauf einbezogen, immer in engem Kontakt mit den zuständigen Kuratoren, und immer in mehreren Projekten gleichzeitig. Dies erfordert hohe Flexibilität, denn meist steht gerade eine Ausstellung kurz vor der Eröffnung, eine weitere steckt in den Anfängen und bei anderen laufen Leihanfragen oder Katalogproduktion auf Hochtouren.

Die Ausstellungsorganisation versteht sich als Schnittstelle und Informationszentrum zwischen allen Abteilungen, die in die temporären Ausstellungsprojekte eingebunden sind den Kuratoren, dem Sponsoring, der Presse & Kommunikation, der Registrarin, welche die Transporte der Kunstwerke aus aller Welt organisiert, den Restauratoren und den Technikern bis hin zum Team des Shops.

Der Anfang ist immer Papierarbeit: Die gewünschten Werke werden in Werklisten eingetragen und mit allen nötigen Informationen versehen. Diese Liste bildet den Kern einer jeden Ausstellung und wird über die kommenden Monate laufend ergänzt und überarbeitet. Das Leihgesuch an den jeweiligen Besitzer eines Werks ist der Anfang des Kontakts nach aussen, der während der ganzen Zeit gepflegt wird. Mit Museen und Verlagen müssen Verträge ausgehandelt, Texte von Katalogautoren redigiert und an die Verlage weitergeleitet werden. Auch Lithos für Kataloge und Bücher werden immer öfter im Kunsthaus hergestellt und müssen geprüft und überwacht werden. Je näher die Eröffnung kommt, desto heisser laufen natürlich die Telefondrähte, da dann alles gleichermassen dringend ist. Dann heisst es Ruhe bewahren.

Kabinettausstellungen sind nicht per se weniger arbeitsintensiv als die grossen Präsentationen im Bührle-Saal. Entscheidend ist, ob eine Ausstellung im Hause konzipiert und umgesetzt wird, ob eine Kooperation mit anderen Museen besteht, oder ob es sich um eine Übernahme handelt. Die unterschiedlichen Ausstellungskonzepte erfordern zum Teil viel Fantasie und Improvisation. Die vielfältigen Kontakte zu den Partnermuseen und die Koordination der verschiedenen Bedürfnisse inner- und ausserhalb des Hauses sind es, die Tag für Tag für Herausforderung, manchmal Aufregung, sicher aber immer für Abwechslung sorgen.

 

Von links nach rechts: Franziska Lentzsch (Leitung), Carlotta Graedel Matthäi, Esther Braun-Kalberer
Nicht auf dem Bild: Martina Pfister
Foto © Caroline Minjolle
Von links nach rechts: Franziska Lentzsch (Leitung), Carlotta Graedel Matthäi, Esther Braun-Kalberer
Nicht auf dem Bild: Martina Pfister
Foto © Caroline Minjolle