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Kunsthaus Zürich

Bibliothek

Bilder-Bücher

Heinrich Wild-Wirth wurde 1874 der erste Bibliothekar der «Zürcherischen Künstler-Gesellschaft», der erste gedruckte «Bibliothek-Catalog der Künstler-Gesellschaft in Zürich» erschien 1875. Die 1873 erneuerten «Statuten der Künstlergesellschaft in Zürich» bestimmen im § 1, dass die «möglichste Förderung und Belebung des Kunstsinns», der Zweck der Gesellschaft, unter anderem «durch Aufstellen einer Bibliothek» erreicht werden soll. Sie «enthält Werke über Kunstgeschichte, Künstler, Kunstsammlungen, sowie Lexika und Journale über Kunst». Auch die Benutzung ist bereits geregelt: Sie «geschieht durch die Mitglieder der Gesellschaft entweder im Lokale selbst oder bei Hause», die Leihfrist betrug vier Wochen.

Heute, mehr als 125 Jahre später, ist zwar der Bestand der Bibliothek auf über 220 000 Bände angewachsen, der «Zweck» ist jedoch derselbe: «Erhaltung und Ausbau der Kunstsammlungen und der Bibliothek» stehen in den Statuten der Zürcher Kunstgesellschaft noch immer an erster Stelle, das Sammlungsprofil der Bibliothek, einer wissenschaftlichen Spezialbibliothek für moderne Kunst, ist präzisiert, aber kaum verändert worden und die Benutzungsordnung gestattet noch immer die Ausleihe nach Hause.

War es für die Gründer der Künstlergesellschaft keine Frage, dass für das «Verständnis der bildenden Kunst» nicht nur die Kunstwerke selbst vorhanden sein müssen, sondern auch eine Kunstbibliothek, so wird das Sammeln von Literatur heute durch den schnellen Zugriff auf Informationen in Computernetzwerken in Frage gestellt. Statt für den Kauf von Büchern und den Bau von Lesesälen werden die Mittel von Bibliotheken mehr und mehr zur Finanzierung der (temporären) Nutzungsberechtigung an urheberrechtlich geschützten Werken in Netzwerken verwendet.

Mag die geringe Halbwertszeit naturwissenschaftlich-technischen Wissens für eine solche Verlagerung sprechen, so steht der Gebrauchswert einer Spezialbibliothek in einem historischen Fachgebiet nach wie vor in direkter Relation zum Sammlungsbestand. Elektronische Medien sind bis heute sehr flüchtig: Ältere Daten, wenn sie denn überhaupt in digitaler Form existiert haben, werden unlesbar, nicht mehr kommerziell nachgefragte Informationen werden häufig aus elektronischen Diensten entfernt oder sogar gelöscht. Abbildungen gehören in der Literatur zur bildenden Kunst zu einem wesentlichen Teil fast jeder Publikation. Eine gedruckten Bildern vergleichbare Qualität wird in elektronischen Publikationen normalerweise nicht angeboten. Sammeln, Erschliessen und Bewahren werden daher auch in Zukunft zu den wichtigsten Aufgaben der Bibliothek zählen.

Videos, CD-ROMs und DVDs werden seit Jahren ebenfalls von der Bibliothek erworben, man wird sie in dieser Form jedoch kaum wie Bücher und Zeitschriften noch im nächsten Jahrhundert nutzen können. Über das Internet sind wertvolle Informationen zugänglich, wenn man weiss, wo sie zu finden sind. Für bibliographische und biographische Recherchen ist das Medium ebenso nützlich wie für die Suche nach Fakten aller Art. Mehr und mehr machen auch Museen ihre Sammlungsbestände auf ihren eigenen Websites oder im Verbund mit anderen Institutionen zugänglich. Erschliessung und Vermittlung der online verfügbaren Resourcen auf dem Gebiet der bildenden Kunst gehören zu den Aufgaben der Bibliothek. Software, welche die gleichzeitige Suche in heterogenen Datenbanken erlaubt, wird bald Linksammlungen teilweise ersetzen.

Die Bibliothek ist das Informationszentrum und das Gedächtnis des Museums. Sie dient dem Museum für die Arbeit an den Sammlungen und Ausstellungen, und sie steht der allgemeinen kunstinteressierten Öffentlichkeit für Beruf und Freizeit zur Verfügung, vor allem aber ist sie ein Angebot für die Mitglieder der Zürcher Kunstgesellschaft.

Sitzend: Lydie Stieger, Thomas Rosemann (Leitung), Valentina Pyatkin, Sarah Ackermann
Stehend: Klaus Geiger, Tina Fritzsche, Claudia Brunner
Foto © Caroline Minjolle
Sitzend: Lydie Stieger, Thomas Rosemann (Leitung), Valentina Pyatkin, Sarah Ackermann
Stehend: Klaus Geiger, Tina Fritzsche, Claudia Brunner
Foto © Caroline Minjolle