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Kunsthaus Zürich

Personal, Registrar Ausstellungen

Von Mensch zu Mensch und Nagel zu Nagel

Die veränderte Situation des Stellenmarktes ergibt auch für das Personalwesen im Kunsthaus neue Aspekte. Erst vor kurzem haben wir eine interessante Stelle in der Ausstellungsorganisation ausgeschrieben. Sicherlich haben wir mit vielen Bewerbungen gerechnet, jedoch nicht mit den eingegangenen 600. Alle Dossiers sichten, daraus eine Anzahl geeigneter Interessenten / Interessentinnen auswählen, die entsprechenden Vorstellungsgespräche führen und am Schluss 599 Absagen verschicken, hat unsere Arbeitskapazität bei weitem überschritten. Zum Glück ist die Personalfluktuation im Kunsthaus Zürich gering, so dass wir solche Papierfluten eher selten bewältigen müssen. Trotzdem können wir auf durchschnittlich 20 «Blindbewerbungen» pro Woche nicht näher eingehen, da Vakanzen eher selten sind. Aktuelle Stellenangebote finden Interessentinnen und Interessenten auf unserer Homepage www.kunsthaus.ch. Seit einiger Zeit geben wir auch immer wieder Personen im Rahmen von Arbeitslosenprojekten die Möglichkeit, während einer gewissen Zeit bei uns hinter die Kulissen zu schauen und ihr Fachwissen einzusetzen oder auszubauen.

Unsere zur Zeit 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erhalten zu jeder neuen Ausstellung eine informative Einführung durch den Kurator oder die Kuratorin. Auch organisieren wir jedes zweite Jahr einen ganztägigen Personalausflug – Museumsbesuche in anderen Schweizer Städten oder ein bekanntes Ausflugsziel wie die Rigi und Informationsveranstaltungen (z.B. zur Sanierung) oder Feiern als Dank ans Personal. Angesichts der zunehmenden E-Mail-Kultur wird der Dialog «von Angesicht zu Angesicht» nämlich noch wichtiger. Das Kunsthaus ist aber eine «schlanke» Organisation. Viele Mitarbeiter erfüllen mehrere Aufgaben. Zu meinem Tätigkeitsgebiet «Personal» kommt daher noch «Registrar der Ausstellungen». Was das bedeutet? Hier ein aktuelles Beispiel:
Soeben haben wir im renovierten Bührle-Saal 74 Werke von Georgia O’Keeffe aus verschiedenen öffentlichen und privaten Sammlungen für unsere Ausstellung entgegengenommen. Der grösste Teil dieser Werke kommt aus den USA. Bereits im Frühsommer haben wir in Zusammenarbeit mit spezialisierten Kunstspediteuren die Planung der Transporte vorgenommen,  denn sehr viele Leihgaben aus amerikanischen und  europäischen Museen wurden von deren Mitarbeitern begleitet. Diese Begleiter waren bei jeder Bewegung ihrer Leihgabe anwesend, d.h. beim Abhängen und Verpacken in ihrem Museum, auf dem ganzen Transport sowie wieder beim Auspacken und Installieren bei uns. Dasselbe gilt auch wieder am Ende der Ausstellung. So lautet auch die Versicherungsdeckung für die Kunstwerke: «Von Nagel zu Nagel» und wird bei einem Broker oder direkt bei einer Versicherungsgesellschaft abgeschlossen. Diese Schnittstelle als «Registrar» in der Ausstellungsorganisation ist so lebhaft, dass noch vieles unerwähnt ist und wir Sie deshalb auf folgende Literatur hinweisen möchten:

«On the Road Again: Developing and Managing Traveling Exhibitions» von Rebecca A. Buck und Jean Allman Gilmore, American Association of Museums.
«Courierspeak» von Cordelia Rose, Smithsonian Institution Press.

«Planung und Organisation einer Kunstausstellung» von Daniela Tobler, ICOM-Schweiz.

Gerda Kram
Foto © 2002 Markus Bühler, Lookat
Gerda Kram
Foto © 2002 Markus Bühler, Lookat