http://www.kunsthaus.ch/de/information/ueber-uns/funktionsbereiche/schreinerei/?redirect_url=title%3DR%D0%A0%E2%20ac%153%D0%2019%C2%A9glement

Kunsthaus Zürich

Schreinerei

Massgeschreinert

Obwohl die Schreinerei zugunsten eines besseren Klimas in den Ausstellungsräumen der Klimaanlage Platz machte und flächenmässig nur noch halb so gross ist wie vor der Sanierung, werden immer noch die gleichen voluminösen Sockel, Vitrinen, Rahmen, Tische intern gefertigt, die in Ausstellungen und Sammlungsräumen gebraucht werden. Viele kleinere Aufträge, Wünsche und Anregungen von den verschiedenen Abteilungen im Haus erhalten wir – in Spitzenzeiten unterstützt von Jürg Schmoll – zwischen Tür und Angel. Dies ist unkompliziert und erspart administrative Abläufe. Als Team schaffen wir es meistens, alle Objekte wunschgemäss und termingerecht zu fabrizieren. Die eigentliche Arbeit in der Schreinerei ist nur ein Teil des Pensums. Etwa ein Viertel davon verbringen wir im Bührlesaal beim Einrichten der Ausstellungen. Dabei fordert das Umstellen der Wände während des engen Zeitplans von allen Beteiligten höchste Konzentration. Manchmal lassen sogar Künstler ihre Werke in der Kunsthaus-Schreinerei herstellen, wie letzten Sommer Olafur Eliasson den sieben Meter langen Spiegelkanal in der Ausstellung «The Expanded Eye».
Neben den grossen gibt es noch die kleineren Ausstellungen in den Sammlungsräumen und dem Kabinettraum im Erdgeschoss einzurichten. Auch das kann sehr aufwendig sein.
Die Schreinerei gehört zum Team des Technischen Dienstes. Wir greifen den Kollegen vom Kunsthandling gelegentlich auch unter die Arme, etwa beim Aufhängen von schweren Bildern oder dem Aufstellen von Skulpturen.
Während der Früh-, Spät- und Wochenenddienste sind wir für alle Alarme im Haus sowie für den Betrieb der technischen Geräte in den Ausstellungen zuständig. Telefonischer Pikettdienst zu bestimmten Zeiten sowie die Betreuung des externen Lagers, wo alles Inventar, das nicht zur Kunst gehört, «geparkt» ist, gehören dazu.
Wichtig und persönlich wertvoll sind die Pausen, wo sich der gesamte Technische Dienst trifft. Dort setzt man sich für einmal hin und kann organisatorische oder technische Angelegenheiten im Haus gemeinsam besprechen. Oft und ebenso gerne redet man aber einfach über Kunst und die Welt.
Schreinern ist oft voller Körpereinsatz. Am Feierabend jedenfalls sind wir ziemlich geschafft. Für Sport, Fitness oder eigenes künstlerisches Schaffen ausserhalb des Museums bleibt nicht mehr viel Energie übrig. Die ist – hoffentlich zur Freude der Besucher – in die Sammlungs- und Ausstellungsarchitektur geflossen.

Gabriel Cantieni und Fredy Pfenninger
Foto © Markus Bühler
Gabriel Cantieni und Fredy Pfenninger
Foto © Markus Bühler