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Kunsthaus Zürich

Jean-Marc Bustamante

Bustamantes Werk entwickelt sich seit den 80er Jahren in einem konstanten Austausch zwischen dreidimensionalen, konzeptuellen plastischen Arbeiten und fotografischen Bildern von Landschaft und Architektur. Die doppelte Aufmerksamkeit auf das Tableau als Objekt und als Bedeutungsträger, auf das Spannungsverhältnis zwischen Darstellung und Dargestelltem, Objekt und Bild prägt auch die Serie «L.P.». Die Fotografien zeigen Ansichten von Schweizer Seen. Diese gelten seit der empfindsamen Reiseliteratur und den Malern des späten 18. Jahrhunderts als Inbegriff beruhigter Naturgewalt und Kraft menschlichen Fleisses idyllisch gebändigter Urwelt. Heute gehören sie zum Basisrepertoire einer routinemässig produzierenden Postkarten- und Kalenderindustrie. Die Emphase der monumentalen Darbietung schlägt bei Bustamante um in eine melancholische Reflexion darüber, dass die Welt ja kein Guckkasten ist. Das Ephemere und Banale rückt ins Bild und zeigt sich als nicht weniger faszinierend als das Ewige und Erhabene. Es resultiert fotografische Erlebnislyrik, die Landschaft wird zum Stilleben, zum Arrangement von Dingen der Natur und der Kultur, imprägniert mit einem barocken Vergänglichkeitsappell, ganz gemäss der vom Künstler als Motto der gesamten Serie zitierten Intuition Jean Paulhans (aus dessen Guide d’un petit voyage en Suisse):«Wie denn, es ist nicht so leicht zu leben».

Jean-Marc Bustamante
L.P. 2, 2000
C-Print, 227 x 178 cm
Kunsthaus Zürich
© 2002 ProLitteris
Jean-Marc Bustamante
L.P. 2, 2000
C-Print, 227 x 178 cm
Kunsthaus Zürich
© 2002 ProLitteris