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Kunsthaus Zürich

Reife Werke

Schon 1935 wandte sich Giacometti wieder von dem spielerischen und phantastischen Surrealismus ab. Er wollte die lebendige Gegenwart des Menschen erfassen, wie sie sich in der Begegnung mit dem Gegenüber ereignet. Zwölf Jahre suchte er nach einer Lösung, die er 1947 in den schwerelos aufragenden schlanken Figuren fand. Le cage zeigt modellhaft das Prinzip dieses «phänomenologischen» Realismus: Gestell und Käfig repräsentieren quasi den Menschen in seinem Bewusstsein, in das die Büste als Selbstbewusstsein unlösbar eingebunden ist. Die kleine Statuette auf dem Sockel zeigt das durch das Sehen Wahrgenommene als Bewusstseinsinhalt: nur der Betrachter verleiht dem Werk im Vollzug der Betrachtung Lebendigkeit.

Alberto Giacometti (1901–1966)
La cage, 1950 (Ausschnitt)
Bronze, bemalt, 178 x 39,5 x 38,5 cm
Alberto Giacometti-Stiftung, 1965
© Alberto Giacometti Estate / ProLitteris, Zürich
Alberto Giacometti (1901–1966)
La cage, 1950 (Ausschnitt)
Bronze, bemalt, 178 x 39,5 x 38,5 cm
Alberto Giacometti-Stiftung, 1965
© Alberto Giacometti Estate / ProLitteris, Zürich