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Kunsthaus Zürich

Paul Gauguin

Vertieft van Gogh den impressionistischen Realismus durch seine visionäre psychische Erregung, so strebt Gauguin und sein Kreis bewusst eine neue Stilform an, die das elementar Dekorative europäischer Volkskunst oder japanischer Farbholzschnitte mit der symbolischen Gestaltung des Mittelalters vereinen soll. Das Gittertor, das dem Gemälde den Namen gab, will in seiner Verformung nicht nur pittoreskes Abbild sein, sondern durch seinen Ausdruckswert dem umhegten Bezirk um das Mädchen zeichenhafte Bedeutung verleihen. Formen und Farben strahlen wie im Märchen von einer wunderbaren Überdeutlichkeit; wie beseelt hält der Stein mit seinem Arm das Tor und lässt an die von heidnischen Geistern besessenen Menhire der Bretagne denken. Zum gebannten Wiesengrund kontrastiert der weisse Segler auf der weiten See, Metapher des Fernwehs, das Gauguin wenig später in das von animistischem Geisterglauben erfüllte Tahiti bringen wird.

Paul Gauguin (1849–1903)
Das Gittertor, 1889
Öl auf Leinwand, 92,5 x 73 cm
Legat Frau H. Hausammann, 1981
Paul Gauguin (1849–1903)
Das Gittertor, 1889
Öl auf Leinwand, 92,5 x 73 cm
Legat Frau H. Hausammann, 1981