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Kunsthaus Zürich

Provenienzen

Das Kunsthaus Zürich hat bereits früh, in den 1980er Jahren, die Provenienzen aller Bilder untersucht, die zwischen dem Beginn der dreissiger und bis in die 1950er Jahre erworben worden sind. Die damaligen intensiven Recherchen wurden von Sammlungskonservator Christian Klemm anhand der vollständig erhaltenen Erwerbungsakten durchgeführt. Die Provenienzen können als nicht fragwürdig eingestuft werden. Die damals handelnden Personen der Zürcher Kunstgesellschaft waren sich der besonderen politischen Situation und der damit zusammenhängenden Gefahren offensichtlich bewusst, und immer wieder gelang es dem Kunsthaus, bedrohten Sammlern zu helfen. Man handelte verantwortungsvoll und kaufte nur, was unbedenklich schien. Eine Bereicherung aufgrund einer individuellen Notlage eines Verkäufers ist nicht nachweisbar. Es sind übrigens nicht allzu viele Werke, die damals in die Sammlung kamen, der Schwerpunkt lag auf der Schweizer Kunst, und Erwerbungen internationaler Kunst waren die Ausnahme.

Im Zusammenhang mit der Erarbeitung des Gesamtkatalogs der Sammlung in den Jahren 2002 bis 2007 wurden die Akten erneut gesichtet, vor allem auch jener Werke, die als Geschenke seit den 1950er Jahren ans Haus kamen. Diese Praxis wird auch heute beibehalten. Die Provenienzen aller Werke sind heute publiziert und sind für jedermann einsehbar. Erhalten wir, was gelegentlich vorkommt, eine Anfrage zur Provenienz eines bestimmten Werkes, so geben wir Auskunft, wenn ersichtlich ist, dass der Anspruch eines Rechtsnachfolgers berechtigt ist. Es macht keinen Sinn (übrigens für kein Museum) Informationen zurückzuhalten, und es ist ein Trugschluss zu glauben, Museen lebten in der Furcht oder könnten sich gar weigern, ein Werk abzugeben, das sich unrechtmässig in ihrem Besitz befindet! Alle Anfragen müssen, das entspricht nationalen und internationalen Gepflogenheiten, vertraulich behandelt werden. Sollte nachweisbar sein, dass die Zürcher Kunstgesellschaft ein Werk zu Unrecht besitzt, würde das Werk an die rechtmässigen Eigentümer zurückgegeben. Übrigens gab und gibt es am Kunsthaus keinen «politischen Persilschein» mit dem dieses Kapitel abgeschlossen wäre. Wir beantworten jede Anfrage mit der gebotenen Sorgfalt und stellen die Informationen bereit, die zur Beantwortung nötig und hilfreich sind, um Licht in die bereits lang zurückliegenden Vorgänge zu bringen.

Dies als Information in der hier gebotenen Kürze, wie wir am Kunsthaus Zürich mit diesem gleichermassen ernsten wie interessanten Thema umgehen. Und wenn Sie sich jetzt für die Herkunft der Kunstwerke in unserer Sammlung interessieren, dann finden Sie das Nötige im Gesamtkatalog – der übrigens auch darüber hinaus ein anregendes und durchaus unterhaltsames Kompendium ist!

Erforschte den Sammlungsbestand:
Christian Klemm, Vizedirektor und Sammlungskonservator (bis 31.8.2011)
Foto © www.jpg-factory.com
Erforschte den Sammlungsbestand:
Christian Klemm, Vizedirektor und Sammlungskonservator (bis 31.8.2011)
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