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Kunsthaus Zürich

Fallbeispiele

DEFINITIONSERKLÄRUNG

Die zur Frage der Restitution jüdischen Eigentums erhobenen Vorwürfe an die Museen beruhen nicht selten auf der ungenauen und oft auch falschen Abgrenzung der Begriffe «Raubkunst», «Zwangsverkäufe» und «Fluchtgut» und «Entartete Kunst».

Das Kunsthaus Zürich arbeitet auf Grundlage der folgenden - in Politiker- und Historikerkreisen international anerkannten Definition:

Als «Raubkunst» gelten die NS-verfolgungsbedingt entzogenen Kulturgüter. Darunter fallen die konfiszierten Kulturgüter und diejenigen Kunstwerke, die als «entartet» beschlagnahmt wurden.

Als «Zwangsverkäufe» werden die von den Nazis angeordneten Verkäufe bezeichnet, die entweder unter direkten Drohungen oder unter dem Vorwand einer der skandalösen Judengesetze erfolgten und deren Ertrag nicht den Eigentümern zufloss. Die Objekte dieser beiden Kategorien sind Gegenstand der Washingtoner Erklärung von 1998 und unterliegen der Restitutionspflicht, in welcher Form auch immer.

«Fluchtgut» hingegen sind Vermögenswerte, die von den Eigentümern ins Ausland in Sicherheit gebracht werden konnten und weiterhin ihrer freien Verfügung unterstanden. Sie werden entsprechend von der Washingtoner Erklärung nicht berührt.

«Entartete Kunst» schliesslich ist die vom NS-Regime verfemte Kunst und umfasst sowohl Raub- als auch Fluchtgut.