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Kunsthaus Zürich

Drei «Verdachtsfälle»

Wie wichtig es ist, bei einer Veröffentlichung etwaiger Verdachtsfälle auf diese Differenzierung hinzuweisen, zeigen die drei folgenden Gemälde, die angeblich nach Zwangsverkäufen in die Sammlung des Kunsthauses gelangten:

«Portrait de Victor Jacquemont au parasol» (1865/67) von Claude Monet

«Malven» (1886) von Vincent van Gogh

«Musik auf der Karl Johan Strasse» (1889) von Edvard Munch

Alle drei Erwerbungen sind typische Fälle von «Fluchtgut»:
- es sind Objekte, welche die Eigentümer rechtzeitig und ohne Druck aus Deutschland exportiert haben, wobei das Kunsthaus in unterschiedlicher Weise behilflich war.
- es sind Objekte, die die Eigentümer nach freiem Willen und ohne Zwang verkauft haben.
- es sind Objekte, für die das Kunsthaus nachweislich marktübliche Preise bezahlt hat.

Den Eigentümern wurde durch diese rechtmässigen Käufe in einem schwierigen Umfeld, in dem für progressive Kunst nicht ohne weiteres Abnehmer zu finden war, entschieden geholfen. Den damaligen Verantwortlichen, insbesondere Kunsthaus-Direktor Wilhelm Wartmann, kann weder Bereicherung noch Ausnützung einer Zwangslage vorgeworfen werden. Er gehört im Gegenteil zu den hochgestellten Persönlichkeiten, die sich in vielfältiger Weise für die Verfolgten eingesetzt haben.