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Kunsthaus Zürich

Félix Vallotton

Die Restaurierungsmassnahmen

  1. Festigung der Malschicht

Nach eingehender mikro- und makroskopischer Untersuchung wurden Tests durchgeführt, mittels derer ein geeignetes Mittel für die Festigung der losen Bereiche gefunden werden sollte. Dabei war es wichtig, dass das eingebrachte Konsolidierungsmittel zwar eine ausreichende Haftung gewährleistete, jedoch weder Farbverdunklungen noch Glanzbildung auf der Malerei oder weitere Spannungen zwischen den einzelnen Schichten erzeugte.

Durchführung:
Mit einem feinen Pinsel wurde das leicht erwärmte Konsolidierungsmittel in das Craquelé bzw. unter die aufstehenden Farbschollen gegeben und anschliessend mit einem kleinen Heizspachtel in die Ebene gelegt (siehe obere Abbildung).

Unter dem Mikroskop wurde das Bild so Stück für Stück auf lockere Stellen hin kontrolliert und wo nötig gefestigt.

Anschliessend wurde das Gemälde leicht feucht gereinigt. Dabei liessen sich auch ältere, leicht fehlfarbige Retuschen  entfernen.
Ausbrüche in der Malschicht wurden mit einem Gemisch aus Kreide und Leim wieder geschlossen (siehe untere Abbildung) und mit matt auftrocknenden Gouachefarben retuschiert. Zur Angleichung des Glanzgrades wurden die retuschierten Bereiche abschliessend mit einem dünnen Firnis überzogen.

Um das Gemälde bzw. die Malerei zukünftig vor den bei Transporten auftretenden Erschütterungen besser zu schützen, wurde auf der Rückseite des Bildes ein sogenannter Schwingschutz angebracht. Dafür wurde ein Vlies zwischen Leinwandrückseite und Rückseitenschutz eingebracht, wodurch ein mögliches Schwingen der Leinwand reduziert werden kann.

Während der Festigung mit Heizspachtel und Hostaphanfolie.
Während der Festigung mit Heizspachtel und Hostaphanfolie.
Ausbrüche in der Malschicht nach dem Kitten (weisse Stellen)
Ausbrüche in der Malschicht nach dem Kitten (weisse Stellen)