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Kunsthaus Zürich

Giovanni Segantini
«Strickendes Mädchen» (1888)

Konservierungsprojekt

«Das Strickende Mädchen» von Giovanni Segantini kam 1909 in den Besitz der Gottfried Keller-Stiftung und ist Teil der Sammlung des Kunsthaus Zürich. Das Werk ist wohl eines der beliebtesten Gemälde des grossen Alpenmalers und ein fantastisches Beispiel für Segantinis divisionistische Malerei, in der sich jede Farbfläche in zahllose feine Farbstriche und Nuancen auflöst. Zu sehen ist sein bevorzugtes Modell, das Kindermädchen der Segantinis Barbara «Baba» Uffer über ihre Strickarbeit gebeugt.

Probleme mit der Malschicht
1970 wurden erstmals Probleme mit der Malschicht in der Restaurierungsakte vermerkt. Einige Bereiche mit aufstehenden Farbschichten wurden damals mit Hilfe von Bienenwachs gefestigt. Fast 50 Jahre später wird das bedeutende Werk erneut im Restaurierungsatelier des Kunsthauses bearbeitet. Aufgrund der schlechten Haftung der Malschicht, ist es bereits zu zahlreichen Mikroausbrüchen gekommen.

Konservatorische Massnahmen
Um eine nachhaltige Festigung der Malschicht zu erreichen, wurden zunächst mehrere Bindemittel und ihre Mischungen auf ihre Eignung hinsichtlich Klebkraft und Eindringvermögen am vorliegenden Werk überprüft. Bewährt hat sich eine wässrige Lösung aus Gelatine und Methylcellulose. Nach erfolgreicher Konsolidierung werden Fehlstellen gekittet und retuschiert. Eine anschliessende Optimierung der Einrahmung soll Vibrationen in der Leinwand künftig stark einschränken und die fortschreitende Destabilisierung der Malschicht somit aufhalten.

Das Werk kann voraussichtlich ab Januar 2019 wieder in der Sammlung präsentiert werden.

Restauratorinnen: Anita Höss / Sandra Weber
Projetklaufzeit: Juni–Dezember 2018
Unterstützt von: Ars Rhenia, Stiftung zur überregionalen Förderung von Kunst und Kultur

Abb. 1
Giovanni Segantini
Strickendes Mädchen, 1888
Öl auf Leinwand, 53 × 91,5 cm
Kunsthaus Zürich
Leihgabe der Gottfried Keller-Stiftung, Bundesamt für Kultur, Bern, 1909
Abb. 1
Giovanni Segantini
Strickendes Mädchen, 1888
Öl auf Leinwand, 53 × 91,5 cm
Kunsthaus Zürich
Leihgabe der Gottfried Keller-Stiftung,
Bundesamt für Kultur, Bern, 1909
Abb. 2
Infrarot-Transmissionsaufnahme
Abb. 2
Infrarot-Transmissionsaufnahme
Abb. 3
Mikroskopaufnahme vor der Festigung macht aufstehende Malschichtschollen sichtbar
Abb. 3
Mikroskopaufnahme vor der Festigung macht aufstehende Malschichtschollen sichtbar