http://www.kunsthaus.ch/de/sammlung/restaurierung/beispiele-aus-der-praxis/restaurierungsmassnahmen-bonnard

Kunsthaus Zürich

Pierre Bonnard

Restaurierungsmassnahmen

Die im Fokus stehende Stabilisierung der fragilen Malerei umfasste einen grossen Teil der Massnahmen, die im März 2014 nach eingehender Untersuchung begannen.
Aufstehende Farbschollen wurden unter dem Mikroskop mit Pinsel und einem für die wasserempfindliche Malerei geeigneten Konsolidierungsmittel gefestigt. Die flächige Behandlung der pudrigen bzw. grobkörnigen Oberflächen erfolgte berührungsfrei mit Hilfe eines Ultraschallverneblers (siehe Abbildung). Dieses aus der Papierrestaurierung bekannte Gerät erzeugt aus dem flüssigen Festigungsmittel feinsten Sprühnebel, der mit einem Schlauch und aufgesetzter Düse gleichmässig auf die Malerei aufgebracht werden kann. Kleinste Teilchen dringen in die Malschicht ein und befestigen so die winzigen losen Partikel.

Optisch störende Ausbrüche in der Malerei wurden wieder farblich integriert. In Partien mit dickem Farbauftrag, wie beispielsweise den Punkten des roten Kleides, wurden zum Ausgleichen des Niveauunterschiedes zwischen Ausbruch und Malerei zunächst zurechtgeschnittene Papierintarsien in die Fehlstellen eingesetzt, bevor sie mit Gouachefarben retuschiert werden konnten (Siehe Abbildungen). Weniger tiefe Ausbrüche an den anderen Tafeln wurden mit Farbstiften retuschiert. Sowohl das Papier als auch die wasserempfindlichen Malerei verlangten ein Arbeiten mit möglichst wenig wässrigen Medien, um Rand- oder Glanzbildungen, Farbveränderungen oder Verwerfung des Papiers zu verhindern.

Festigen der pudrigen Malschicht mit Ultraschallvernebler
Festigen der pudrigen Malschicht mit Ultraschallvernebler
Ausbruch in der Malerei und darüber bereits zurechtgeschnittene Papierintarsie zum Einsetzen.
Ausbruch in der Malerei und darüber bereits zurechtgeschnittene Papierintarsie zum Einsetzen.
Nach dem Einkleben der Papierintarsie und Retusche
Nach dem Einkleben der Papierintarsie und Retusche