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Kunsthaus Zürich

Restaurierung

Restaurierungsmassnahmen

Im Vordergrund der Restaurierungsmassnahmen standen die Stabilisierung und die Festigung der Farbschicht.
 
Vor der eigentlichen Festigung musste eine Stützkonstruktion aus vier Holzböcken und drei Arbeitstischen gebaut, damit das Gemälde liegend behandelt werden konnte. Anderenfalls würde man Gefahr laufen, dass lose Farbschollen beim Festigen abfallen.

Mit feinen, weichen Haarpinseln konnten die gröbsten Staubanlagerungen auf der Gemäldeoberfläche abgetragen werden.
Die Farbschollen wurden mit BEVA 371, einem Heisssiegelkleber gefestigt. Dieser Film verbessert die Kohäsion der Malschicht, vermindert die Bruchgefahr der Schollen beim Festigen und erlaubt dadurch ein gefahrenloses Arbeiten. BEVA dringt erfahrungsgemäß kaum in das Gewebe ein und ist nach den Festigungsmassnahmen nicht sichtbar.
Das Festigungsmittel wurde gewählt, weil bei früheren Restaurierungen dasselbe Bindemittel, sowie wachshaltige Klebstoffe eingesetzt wurden. BEVA 371 ist ein thermoplastischer Wachs-Harz Klebstoff der mit Siedegrenzbenzin gelöst wurde. Das flüssige Bindemittel konnte unter aufstehende Malschichtschollen eingebracht oder bisweilen in das Craquelé lockerer Malschichtpartien einlaufen gelassen werden. Nach Verdunstung des Lösungsmittels wurde das Klebemittel mit Hilfe von Wärme geschmolzen und die Schollen niedergelegt und somit planiert. Metallgewichte beschwerten die behandelte Stelle und bewirkten durch Kälte und Gewicht ein Erstarren und Festigen des Klebemittels.
Nach Beendigung der Festigungsmassnahmen wurde das überschüssige Wachs mit Siedegrenzbenzin abgenommen und kleinere Fehlstellen farblich auf der mit BEVA beschichteten Grundierung mit Aquarellfarben angeglichen.

Als Schwingschutz wurden Polyesterfasermatten zugeschnitten, ganzflächig in den vier Längsfeldern des Keilrahmens eingelassen und mit Heftklammern am Keilrahmen befestigt.
Abschliessend wurden vier Bahnen aus säurefreiem Karton als Rückseitenschutz auf den Keilrahmen geschraubt.

Analyseergebnisse

Nach Angaben des Schweizerischen Instituts für Kunstwissenschaft ist die Farbschicht höchstwahrscheinlich ölgebunden. Bei den gelben und orangefarbenen Pigmenten handelt es sich um frühe «Hansagelb»-Pigmente. Diese organischen Azo-Farbstoffe sind zum Teil in organischen Lösungsmitteln löslich, insbesondere in Siedegrenzbenzin, in dem auch BEVA 371 angesetzt wird.
Die Wahl von BEVA 371 in Siedegrenzbenzin als Klebemittel war in diesem Fall kontraproduktiv und wurde zu spät erkannt: Das ungeeignete Festigungsmittel begünstigte die Anlösung der Farbschollen!
Für weitere Stabilisierungsmassnahmen muss in jedem Fall die Verwendung von Festigungsmitteln auf wässriger Basis erprobt werden.
 
Dieses Ergebnis soll hier vorgestellt werden, um Restauratoren und Kunsthistoriker hellhörig zu machen, wenn bei Kunstwerken aus der Zeit zwischen 1908 und 1950 vergleichbare Schadensbilder an gelben und orangefarbenen Farbpartien auftreten.
Es zeigt weiterhin, wie wichtig Abklärungen und Analysen im Vorfeld einer Restaurierung sein können.

Die «Arbeitsbrücke», bestand aus mit Kanthölzern verschraubten Böcken, auf die im Abstand von 50 cm zwei Aluminiumleiterelemente verschraubt wurden. Auf das Leitergerüst wurde eine 2 cm starke Hartfaserplatte mit den Massen 500 cm x 150 cm geschraubt, so dass eine Stabilität gewährleistet war, ohne dass sich die Arbeitsfläche zum Gemälde durchbiegen konnte.
Die «Arbeitsbrücke» bestand aus mit Kanthölzern verschraubten Böcken, auf die im Abstand von 50 cm zwei Aluminiumleiterelemente verschraubt wurden. Auf das Leitergerüst wurde eine 2 cm starke Hartfaserplatte mit den Massen 500 cm x 150 cm geschraubt, so dass eine Stabilität gewährleistet war, ohne dass sich die Arbeitsfläche zum Gemälde durchbiegen konnte.
Der Abstand der Gemäldeoberfläche zur «Brücke» betrug 20 cm. Dadurch wurden Arbeitsvorgänge kniend und liegend ermöglicht und es war jede Stelle des Gemäldes erreichbar. Ein in der Höhe verstellbarer Tisch ermöglichte den Gegendruck von der Unterseite.
Der Abstand der Gemäldeoberfläche zur «Brücke» betrug 20 cm. Dadurch wurden Arbeitsvorgänge kniend und liegend ermöglicht und es war jede Stelle des Gemäldes erreichbar. Ein in der Höhe verstellbarer Tisch ermöglichte den Gegendruck von der Unterseite.
Ein «Schwingschutz» aus Polyesterfasermatten soll Bewegungen der Leinwand abfedern und somit Erschütterungen der Malschicht vermeiden.
Ein «Schwingschutz» aus Polyesterfasermatten soll Bewegungen der Leinwand abfedern und somit Erschütterungen der Malschicht vermeiden.