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Kunsthaus Zürich

Anlass und Ziel der Restaurierung

Die letzte Restaurierung, welche entweder kurz vor oder kurz nach dem Ankauf 1929 durchgeführt wurde, liegt inzwischen über 80 Jahre zurück, so dass heute vor allem farblich veränderten Retuschen störend ins Auge fallen.

Daneben haben Klimaschwankungen zu neuen Rissen in der nach der Spaltung parkettierten und auf 8mm gedünnten Holztafel geführt. Ausserdem hat eine falsche Montierung im stark verwölbten originalen Rahmen zusätzliche Spannungen verursacht, wodurch auch die Parkettierungs-Querstreben grösstenteils nicht mehr beweglich sind.

Bestandteil der Restaurierung muss daher auch sein, die Montierung durch eine Modifikation des Rahmes so zu verbessern, dass zukünftig Spannungen und ggf. daraus resultierende Risse in der Holztafel vermieden werden. Die Beweglichkeit der Parkettierungs-Querstreben soll ebenfalls wieder hergestellt sein, um bei leichten Klimaschwankungen eine gewisse Flexibilität der dünnen Holztafel zu gewährleisten. Ebenfalls notwendig scheint, durch rückseitige Sicherungsmassnahmen ein weiteres sich Ausdehnen und Verbreitern der Risse zu vermeiden.

Die stark verfärbten alten Retuschen sind anschliessend so zu verbessern, dass sich wieder ein einheitlicher und geschlossener Gesamtzustand ergibt. Dies gilt vor allem für die stark nachgedunkelten Retuschen und schlecht ausgeführten Kittungen im Bereich des Goldbrokat-Hintergrundes sowie für verfärbte Retuschen in allen Rissbereichen. Darüber hinaus fallen noch weitere Retuschen im Bereich der Gewänder und des Bodens störend ins Auge, die - zumindest partiell - farblich zu korrigieren sind.

Zürcher Nelkenmeister
Anlass und Ziel der Restaurierung

Bisherige Restaurierungsmassnahmen seit 1.6.2009
Bildträger und Rahmen
Malschicht

UV-Aufnahme vor der Restaurierung. Die ölhaltigen Retuschen im Bereich der Malerei erscheinen dunkler als das Original. Die zum Teil leimgebundenen Übermalungen im Goldhintergrund fluoreszieren dagegen schwach Orange.
UV-Aufnahme vor der Restaurierung
Die ölhaltigen Retuschen im Bereich der Malerei erscheinen dunkler als das Original.
Die zum Teil leimgebundenen Übermalungen im Goldhintergrund fluoreszieren dagegen schwach Orange.
Rückseite mit Parkettierung, welche zur Stabilisierung der gespaltenen und gedünnten Tafel bei einer früheren Restaurierung angebracht wurde. Aufgrund starker Spannungen in der Holztafel sind viele der Querstreben nicht mehr beweglich.
Rückseite mit Parkettierung, welche zur Stabilisierung der gespaltenen und gedünnten Tafel bei einer früheren Restaurierung angebracht wurde.
Aufgrund starker Spannungen in der Holztafel sind viele der Querstreben nicht mehr beweglich.