Die Sammlung Hubert Looser in der Kunsthaus-Erweiterung

Nach mehrjähriger Suche hat Hubert Looser einen Partner gefunden, der seine Philosophie teilt und mit dem er gemeinsame Ziele erreichen kann: Das Kunsthaus Zürich wird die von ihm in die Fondation Hubert Looser eingebrachten Werkgruppen und Spitzenwerke zusammenhalten und sie dauerhaft der Öffentlichkeit zugänglich machen. Zu diesem Zweck haben die Zürcher Kunstgesellschaft und die Fondation Hubert Looser im April 2012 eine Vereinbarung getroffen, die es dem Kunsthaus Zürich ermöglicht, 70 Werke aus der Sammlung Hubert Looser auszuwählen und als Dauerleihgaben in der Kunsthaus-Erweiterung, die von David Chipperfield gebaut wird, ab 2017 auszustellen.

Für das Kunsthaus Zürich stellt die Sammlung Hubert Looser eine ausserordentliche Bereicherung dar: Die in der Kunsthaus-Sammlung vorhandene bedeutende Werkgruppe von Cy Twombly kann mit sechs weiteren auch jüngeren Werken des amerikanischen Künstlers ergänzt werden. Den abstrakt-expressionistischen Arbeiten von Jackson Pollock werden John Chamberlain und David Smith als markante Positionen zur Seite gestellt. Donald Judd wird mit einer repräsentativen Wandplastik präsent sein. Ellsworth Kelly war bislang im Kunsthaus ebenso wenig repräsentativ vertreten wie Al Taylor. Ein überragender neuer Akzent wird dem Publikum mit dem Ensemble von neun Werken Willem de Koonings präsentiert, darunter das Triptychon von 1985 und die berühmte Bronze-Skulptur «Hostess» von 1973. Mit zwei Bildern von Agnes Martin wird diese bedeutende abstrakte Künstlerin erstmals im Kunsthaus vertreten sein, ebenso Brice Marden mit Drucken. Zwei Bilder von Robert Ryman treten in einen Dialog mit jenen der Kunsthaus-Sammlung. Das bislang vor allem im Werk von Joseph Beuys und Mario Merz im Kunsthaus repräsentierte Mythisch-Archaische in der Natur gewinnt durch Giuseppe Penones Installationen einen höheren Stellenwert. Lucio Fontanas Plastiken runden das Ensemble seines Concetti spaziali ab. Für Loosers grosse skulpturale Installation von Tony Smith, die für den Aussenbereich gedacht ist, mag ein Platz im neuen Garten der Kunst gefunden werden.
Das Kunsthaus Zürich wird seine Sammlung ab 2017 dynamisch präsentieren in jährlich wechselnden Konstellationen mit eigenen Werken, denjenigen der Sammlung Hubert Looser und weiteren Leihgaben. Hubert Loosers Vorliebe für thesenhaft gesetzte Gegenüberstellungen unterschiedlicher Gattungen und Formate wird von den Sammlungskonservatoren und Ausstellungsmachern am erweiterten Kunsthaus auf mehreren Hundert Quadratmetern Rechnung getragen. Tausende Besucher kommen in den Genuss, die Sammlung Hubert Looser an einem prominenten Ort im Herzen Zürichs zu sehen.