Kunsthaus
Zürich

Swiss Re – Partner for contemporary art

Roswitha
Haftmann-Stiftung

Untitled
Horrors

6.6.—
14.9.14

Untitled #153, 1985<br/>Chromogener Farbabzug<br/>170,8 × 125,7 cm

Herzlich willkommen zur Ausstellung
«Cindy Sherman – Untitled Horrors»!

Die 1954 geborene Fotokünstlerin blickt auf eine eindrucksvolle Karriere zurück. Cindy Shermans Arbeiten sind in bedeutenden Museen und Sammlungen vertreten. Doch in Zürich wurde das Werk der amerikanischen Künstlerin bisher noch nie umfassend gezeigt. Daher haben sich das Kunsthaus Zürich, das Astrup Fearnley Museum in Oslo und das Moderna Museet in Stockholm zusammengetan und gemeinsam diese umfangreiche Retrospektive organisiert. Nach der vor zwei Jahren am MoMA in New York gestarteten Amerika-Tour der Künstlerin ist «Cindy Sherman – Untitled Horrors» nun die grosse europäische Überblicksausstellung. Auf Wunsch der Künstlerin wird sie nur an drei Stationen zu sehen sein – und eine davon ist das Kunsthaus Zürich.

Untitled #146, 1985<br/>Chromogener Farbabzug<br/>184,2 × 125,4 cm<br/>Skarstedt Gallery, New York
Cover Girls (Vogue), 1976 (Detail)<br/>Silbergelatineabzug, 26,7 × 20,3 cm Untitled Film Still #56, 1980<br/>Silbergelatineabzug, 15,5 × 22,8 cm<br/>Moderna Museet, Stockholm, Donation 2010 from The American Friends of the Moderna Museet Inc. Untitled #93, 1981<br/>Chromogener Farbabzug, 61 × 121,9 cm<br/>Astrup Fearnley Collection, Oslo Untitled #170, 1987<br/>Chromogener Farbabzug, 179,1 x 120,7 cm<br/>Collection Metro Pictures, New York Untitled #216, 1989<br/>Chromogener Farbabzug, 221,3 × 142,5 cm<br/>Astrup Fearnley Collection, Oslo Untitled #348, 1999<br/>Silbergelatineabzug, 97,8 × 66 cm Untitled #363 (Bus Riders I), 1976/2000<br/>Silbergelatineabzug, 18,9 x 12,7 cm<br/>Tate; purchased with funds provided by the American Fund for the Tate Gallery, 2001 Untitled #420, 2004<br/>Chromogener Farbabzug (2-teilig), je 182,4 × 115,8 cm<br/>Astrup Fearnley Collection, Oslo Untitled #544, 2010 / 2012<br/>Chromogener Farbabzug, 172,7 × 254 cm<br/>Astrup Fearnley Collection, Oslo Untitled #549-C, 2010<br/>Pigmentdruck auf PhotoTex, selbstklebender Stoff, variable Grösse<br/>

Alle Schlüsselwerke aus den verschiedenen Schaffensperioden Shermans sind in der Ausstellung zu sehen. Die Präsentation folgt keiner linear-chronologischen Hängung, sondern eröffnet mit unerwarteten Kombinationen einen frischen Blick auf das Schaffen dieser wichtigen Künstlerin: Ikonische Arbeiten aus der Frühphase, wie die berühmte «Untitled Film Stills»-Serie, treffen auf spätere Fotografien der «Headshots», oder die «Clowns» auf die «Sex Pictures»-Serie. Diese Gegenüberstellungen zeigen, wie Cindy Sherman über viele Jahre hinweg mit einer beeindruckenden Konsistenz grundlegende Fragen der menschlichen Existenz thematisiert und dabei formal immer wieder neue Wege beschreitet.

Im Mittelpunkt der gemeinsam mit der Künstlerin zusammengestellten Ausstellung steht das Bedrohliche und Groteske in Shermans Schaffen – daher auch der Titel «Untitled Horrors». Dieser verweist einerseits auf die inhaltliche Ausrichtung der Schau, spielt andererseits aber auch mit der Tatsache, dass Cindy Sherman ihre Fotos immer mit «Untitled» bezeichnet. Die Künstlerin lässt die Lesart der Bilder offen und lädt stattdessen die Betrachter ein, die in den Bildern angelegten Geschichten selber zu entwickeln und sich einen Titel auszudenken.

Office Killer Screening

Screening

In Zusammenarbeit mit den Zürcher Arthouse Kinos organisiert das Kunsthaus die Vorführung von Cindy Shermans Spielfilm «Office Killer» aus dem Jahre 1997. «Office Killer» ist eine Horrorkomödie mit Molly Ringwald, Carol Kane, Barbara Sukowa und David Thornton, die die Geschichte einer unscheinbaren Büroangestellten erzählt, die ungewollt einen ihrer Mitarbeiter umbringt und danach weitere aus dem Weg räumt. Das Screening am Sonntag, 31. August 2014 um 12 Uhr im Arthouse Movie 1 in Zürich startet mit einer kurzen Einführung ins filmische und fotografische Werk Shermans durch Kuratorin Mirjam Varadinis. Weitere Infos: www.arthouse.ch

31. August 2014, 12.00 Uhr
Arthouse Movie 1

Untitled #304, 1994<br/>Chromogener Farbabzug<br/>154,9 × 104,1 cm

Cynthia Morris Sherman wurde am 19. Januar 1954 in Glen Ridge, New Jersey, als jüngstes von fünf Kindern geboren. Mit drei Jahren zog sie mit ihrer Familie nach Huntington Beach auf Long Island, einen bürgerlichen Vorort von New York. Cindy Sherman wuchs in den 1950er Jahren auf, der Zeit des Kalten Krieges und der Prüderie. Sie beschreibt ihre Kindheit und Jugend als behütet und einsam. Ablenkung fand sie in der Welt des Kinos, der Werbung und der TV-Serien. Sie erzählt: «Als Kind klebte ich regelrecht am Fernseher, ich liebte Filme. (…) Einmal musste ich mit meinen Eltern zu einer Dinnerparty und sass schliesslich im Keller vor dem Fernseher, mampfte allein mein Abendessen und sah Hitchcocks 'Fenster zum Hof', während die Erwachsenen oben feierten.»

1974 nahm Cindy Sherman ihr Studium an der Kunstschule in Buffalo auf. «Ich habe mich als Künstlerin gefühlt, (…) und es war die einzige Richtung, die ich meinem Gefühl nach einschlagen konnte, obwohl ich keine Ahnung hatte, was es heisst, Künstlerin zu sein.»

Shermans Eltern unterstützten die Entscheidung. Nach den obligaten Kursen in Malerei, Zeichnen und Skulptur entdeckte Cindy Sherman 1975 – dank einer vom Feminismus und der Konzeptkunst geprägten Professorin – das Medium der Fotografie. 1977 zog Sherman nach New York, eine Stadt, die sie stark geprägt hat und wo sie noch heute lebt. In den späten 1970er Jahren war Fotografie noch längst nicht als Kunstform anerkannt. In der überwiegend männlich dominierten Kunstszene war Malerei das bestimmende Medium. Gleichzeitig wurden ideenbasierte und konzeptuelle Herangehensweisen immer wichtiger, und gerade Frauen spielten dabei eine entscheidende Rolle. Sie experimentierten mit neuen Kunstformen wie Video, Performance und Text und mischten in ihren Werken feministische Anliegen mit einer kritischen Reflexion der Massen-und Konsumkultur – genau wie Cindy Sherman das in ihrem Werk tut.

Untitled #129, 1983<br/>Chromogener Farbabzug<br/>89,7 × 59,3 cm<br/>Louisiana Museum of Modern Art, Humlebæk, Denmark, Donation: The New Carlsberg Foundation

Katalog

Zur Ausstellung erscheint eine Publikation. Sie ist kein klassischer Katalog mit kunsthistorischen Texten, stattdessen wurden Künstler und Schriftsteller aus Europa und den USA eingeladen, von Cindy Shermans Kunst ausgehend Texte zu schreiben, die das Werk in Beziehung zu Literatur, Musik, Schauspiel und Film stellen. Miranda July (Künstlerin, Schauspielerin), Lars Norén (Dramatiker, Lyriker), Sara Stridsberg (Journalistin), Sjón (Musik-Texter, Künstler) sowie die Schriftsteller Sibylle Berg, Karl Ove Knausgård und Kathy Acker sind mit Beiträgen in der bei Hatje Cantz erschienenen Publikation (232 Seiten, 135 Abbildungen) vertreten. Das Buch ist für CHF 49.- im Kunsthaus-Shop und im Buchhandel erhältlich.

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App

Die eigens für die Ausstellung entwickelte App bietet folgende Funktionen:

  • einen Audioguide in Deutsch und Englisch: Wenn Sie sich in der Ausstellung befinden, erscheinen die nächstgelegenen Werke automatisch auf dem Bildschirm.
  • Bilder aus der Ausstellung zu den Audioguide-Texten
  • viele Informationen zu der Künstlerin und zur Ausstellung
  • eine «Selfie»-Funktion: Cindy Sherman inszeniert sich in ihrem Werk in ganz unterschiedlichen Rollen. Sie verwendet dafür verschiedene Accessoires wie u.a. Perücken oder Hüte. Hier können Sie selber in eine neue Rolle schlüpfen, Ihr Aussehen verändern, und das fertige Bild in die Visitor Gallery hochladen oder mit Freunden und der Familie teilen.
Cindy Sherman - Kunsthaus Zürich
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Audioguide

Den Besuchern steht gratis ein Audioguide auf Deutsch und Englisch zur Verfügung mit Erläuterungen zu ausgewählten Werken.

Untitled #458, 2007–2008<br/>Chromogener Farbabzug<br/>195 × 147 cm<br/>Astrup Fearnley Collection, Oslo<br/>

Führungen

Öffentliche Führungen finden mittwochs 18 Uhr und sonntags 11 Uhr statt.
Private Führungen (auch in Fremdsprachen) organisieren wir gerne auf Anfrage: +41 (0)44 253 84 84 (Mo–Fr 9–12 Uhr).

Werkstatt

Im Rahmen der Sommerwerkstatt «Menschenbilder» bietet die Kunstvermittlung des Kunsthauses ein umfassendes, von Kunst- und Theaterpädagoginnen entwickeltes Vermittlungsprogramm an. Das Angebot richtet sich an alle Generationen und vertieft den von Shermans Werken ausgehenden Diskurs mithilfe von Gemälden und Skulpturen aus der Sammlung des Kunsthauses. Programm

Untitled #352, 2000<br/>Chromogener Farbabzug<br/>68,6 × 45,7 cm<br/>Collection Magasin 3<br/>Stockholm Konsthall

Kunsthaus Zürich
Heimplatz 1
CH–8001 Zürich
Tel.: +41 (0)44 253 84 84
info@kunsthaus.ch
www.kunsthaus.ch

Offen
Fr-So/Di 10–18 Uhr
Mi/Do 10–20 Uhr
montags geschlossen
Feiertage siehe
www.kunsthaus.ch

Eintritt inkl. Audioguide d/e
CHF 20.-/15.-

reduziert und Gruppen ab 20 Personen.
Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre gratis.

Vorverkauf
SBB RailAway-Kombi: Ermässigung auf Anreise und Eintritt am Bahnhof oder beim Rail Service 0900 300 300 (CHF 1.19/Min. ab Festnetz), www.sbb.ch/kunsthaus-zuerich.

Zürich Tourismus: Hotelzimmer-Buchung und Ticketverkauf. Tourist Service im Hauptbahnhof, Tel. +41 44 215 40 00, hotel@zuerich.com, www.zuerich.com.

Magasins Fnac: Verkaufsstellen CH: Rive, Balexert, Lausanne, Fribourg, Pathé Kino Basel, www.fnac.ch; F: Carrefour, Géant, Magasins U, 0 892 68 36 22 (0.34 €/min), www.fnac.com; BE: www.fnac.be.

sbb, zt, fnac

Essen und Trinken
Kunsthaus Restaurant, www.kunsthausrestaurant.ch
Tel.: +41 (0)44 251 53 53
auch Reservierungen für Gruppen möglich.

Impressum
Zürcher Kunstgesellschaft
Postfach
CH-8024 Zürich

Texte: Mirjam Varadinis
Redaktion: Kristin Steiner

Design: Martin Stoecklin, www.studio-mst.com
Web: Marco Klingmann, taktil.ch

Abdruck mit Quellenangabe erwünscht.
© Kunsthaus Zürich 2014

Alle Werke: © Cindy Sherman. Courtesy the artist and Metro Pictures, New York