Thomas Struth
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Louvre 4, Paris, 1989
Louvre 4, Paris, 1989 · C-Print, 179,3 x 213,2 cm
Museo del Prado 7, Madrid, 2005
Museo del Prado 7, Madrid, 2005 · C-Print, 177,5 x 218,6 cm

Museen Aus einer Reihe verschiedener Erfahrungen heraus entwickelte Struth Anfang der 1990er Jahre die Konzeption zu einer neuen Serie grossformatiger Farbaufnahmen, den sogenannten «Museum Photographs». Aufenthalte in Neapel und Rom und die Nähe zu einer Kultur, in der Malerei und Religion aufs Engste miteinander verbunden sind, regten Struth dazu an, über die unterschiedliche Funktion der Kunst in einer säkularen Welt nachzudenken. Er fragte sich, wie historische Gemälde in Museen heute erlebt werden. Obwohl die meisten seiner Fotografien aus den achtziger Jahren Spuren und Zeichen menschlicher Aktivität abbildeten – abgesehen von einigen wenigen Einzel- oder Familienporträts –, zeigten sie doch nur selten Menschen selbst.
Als Struth 1989 begann, Besucher in Museen zu fotografieren, hatte er eine präzise Vorstellung, wo er arbeiten wollte: im Louvre in Paris, im Kunsthistorischen Museum in Wien, in der National Gallery in London, im Rijksmuseum in Amsterdam sowie im Art Institute of Chicago. Mitte der 1990er Jahre fotografierte er Museumsbesucher vor dem Pergamonaltar in Berlin. 1999 besuchte er die Ausstellung eines einzelnen Werkes von Delacroix – «Die Freiheit führt das Volk» (1830) – im National Museum of Art, Tokyo. Er war von der unorthodoxen Präsentation spontan beeindruckt. Darauf folgten zwei weitere Museumsfotografien und ein Selbstporträt nach Albrecht Dürers Selbstbildnis aus dem Jahr 1500. Eine letzte Museumsfotografie zeigt ebenfalls die nachdenkliche Darstellung eines einzigen Gemäldes, Vermeers «Lautenspielerin» (1662–64). Schliesslich arbeitete Struth im Jahr 2005 während einiger Zeit im Prado und schuf eine Reihe von Werken, die er als die definitive Vollendung seiner Arbeit in Museen betrachtet.