Das Kunsthaus Zürich setzt seine lange Tradition kulturhistorischer Ausstellungen fort, welche die Grenzen des klassischen Kunstverständnisses überwinden. So hat das Publikum immer wieder die Möglichkeit, geniale Persönlichkeiten und deren aussergewöhnliches, für die Kunstgeschichte bedeutsames Erbe in einem neuen Licht zu entdecken. Nun von Federico Fellini (1920–1993), der zu den bedeutendsten Regisseuren der Filmgeschichte zählt. Produktionen mit Kultstatus wie «La strada» (1954), «La dolce vita» (1960), «Amarcord» (1974) und «Città delle donne» (1980) wurden zu Filmklassikern, die bis heute und weit über die Filmkreise hinaus diskutiert und gefeiert werden. Fellini war ein obsessiver, provokanter und origineller Filmemacher, aber auch ein unermüdlicher Zeichner. Obschon der Film rasch zu seiner wichtigsten künstlerischen Ausdrucksform avancierte, blieb Zeichnen das zentrale Instrument seiner kreativen Vorarbeit für die Filme, oder wie es Fellini selbst beschrieb: «Oft kommt es vor, dass ich während der Vorbereitungszeit Skizzen, Entwürfe und Figuren zeichne […]. Diese beiläufigen Ideen sind dann die Wegweiser, nach denen sich meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter richten: die Bühnenbildner, Kostümbildner, Maskenbildner.» Das produktive Verhältnis von Zeichnung und Film ist Gegenstand dieser umfassenden Sonderausstellung.

Unterstützt von Albers & Co AG

Abb: Schauspielerin Giulietta Masina, berühmt geworden für ihre Rolle als Gelsomina in Federico Fellinis «La Strada» (1954), auf dem Cover der «Vogue Paris», Dezember 1972, von deren Sonderausgabe Fellini Chefredaktor war, © Vogue Paris