Ob Szenerien der ungebändigten hochalpinen Natur, dramatische Wendepunkte in der Schweizer Geschichte oder aufwühlende Schiffbrüche: Die Ausstellung zur Schweizer Romantik verwandelt das Kunsthaus Zürich in ein Panorama der grossen Gefühle.

Eine Tour d’horizon

Eintritt

CHF 23.–/18.– (ermässigt und Gruppen)
Freier Eintritt für Mitglieder sowie Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre. Tipp: Mittwochs Ermässigung für Senioren (AHV)

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Hinweis für Gruppen

Wir freuen uns, Sie willkommen zu heissen! Aus organisatorischen Gründen ist eine Voranmeldung erforderlich. info@kunsthaus.ch, +41 44 253 84 84

Informationen zum Schutzkonzept finden Sie unter «Nützliche Informationen rund um Ihren Besuch»

HYGIENE & SCHUTZ

Mit über 150 Werken spannt die Ausstellung einen Bogen von Johann Heinrich Füssli über Alexandre Calame bis zum frühen Arnold Böcklin. Sie führt den eminenten Beitrag der Schweizer Künstler zur Entwicklung der europäischen Landschaftsmalerei vor Augen, folgt ihnen an die Akademien im Ausland und zeigt die enge Vernetzung auf, die zwischen den Malern bestand. Unter Einbindung namhafter Romantiker auch aus den Nachbarländern wie Caspar David Friedrich, Eugène Delacroix und William Turner würdigt dieser Überblick den Schweizer Beitrag zur Romantik in internationaler Perspektive.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts entfaltete sich die Romantik in Europa. Künstler begannen Werke zu schaffen, die die Gefühle und die Faszination für das Unerklärliche gegenüber der nüchternen und rationalen Kunst des Klassizismus in den Vordergrund stellten. In der Schweiz entdeckte man die heimatliche Landschaft als Bildmotiv und bannte die majestätische Bergwelt und das ewige Eis der Gletscher auf die Leinwände. Kurator Jonas Beyer widmet sich dieser bislang nur in vielen Einzelaspekten untersuchten zentralen künstlerischen Epoche des Landes.

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Johann Jakob Ulrich, Brennendes Dampfschiff auf stürmischer See, 1850–1853, Museum der bildenden Künste Leipzig
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Arnold Böcklin, Wettertannen, 1849, Kunstmuseum Basel, Vermächtnis Clara Böcklin 1923
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Alexandre Calame, Le Grand Eiger au soleil levant (Le Matin, vue du Grand Eiger), 1844 (Detail), Depositum der Schweizerischen Eidgenossenschaft, Bundesamt für Kultur, Gottfried Keller-Stiftung
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Léopold Robert, Femme de brigand veillant sur le sommeil de son mari, 1821, Kunstmuseum St. Gallen, Sturzeneggersche Gemäldesammlung, erworben 1936
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Joseph Mallord William Turner, On Lake, Lucerne looking towards Fluelen, 1841,The Courtauld Gallery, Miss Dorothy Scharf; bequest; 2007

Öffentliche Führungen

Finden jeweils mittwochs um 18 Uhr und sonntags um 11 Uhr in deutscher Sprache statt.
Kosten: Ausstellungsticket + CHF 6.–/CHF 4.– (Mitglieder)

Private Führungen

Gruppengrösse: max. 20 Personen
Sprachen: Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Niederländisch
Kosten: Ausstellungseintritt + CHF 190.– (Deutsch) / CHF 220.– (andere Sprachen), Dauer: 1 Stunde

Anfragen sollten in der Regel mindestens eine Woche vor dem gewünschten Termin erfolgen.

Aufbruchsgeist über Grenzen hinweg

Der Fokus auf eine Romantik typisch schweizerischer Prägung ermöglicht einen tieferen Einblick in das Wechselverhältnis von ortsspezifischer Prägung und internationaler Vernetzung. Der besondere Aufbruchsgeist, der die Schweizer Kunst dieser Zeit prägt, artikuliert sich im regen Austausch mit Künstlern aus den Nachbarländern. So schwärmten die Schweizer Künstler an die Akademien in Paris, Dresden oder Wien aus und bauten wirkungsvolle Netzwerke auf, wobei sie sensibel auf die lokalen Eigenheiten ihres jeweiligen Lehrumfeldes reagierten. Umgekehrt wurden die Sehenswürdigkeiten der Schweizer Landschaft schon Ende des 18. Jahrhunderts zu gefragten Motiven für romantisch gestimmte Künstler aus dem Ausland. Dieser lebhafte Austausch über die Grenzen hinweg legt es nahe, nicht dezidiert von einer «Schweizer Romantik», sondern stattdessen von einer «Romantik in der Schweiz» zu sprechen. So lassen sich gemeinsame Bestrebungen, aber auch lokal bedingte künstlerische Eigenarten herausstellen. Das Publikum erlebt dies anhand thematisch gruppierter Gemälde, Zeichnungen und Filme im 1’000 m2 grossen Ausstellungssaal.

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Guido van der Werve, Nummer acht: Everything is going to be alright, 2007, 16mm-Film, HD, Dauer 10‘10“, Courtesy the artist, image by Ben Geraerts

Begleitprogramm

Im Herzen wild: Von der Idee zur Ausstellung Hintergrundgespräch über die Realisierung der Ausstellung.
9.12.20, 18–19.30 Uhr, Vortragssaal.

Piz Palü: Vom Stummfilm «Die weisse Hölle vom Piz Palü» inspirierte Hörspiel-Performance
27.1.2021, 18.30–20 Uhr, Vortragssaal.

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Die Romantik lebt weiter

Realisieren liess sich eine Ausstellung dieser Dimension durch kostbare Leihgaben aus Schweizer Sammlungen sowie durch die Integration hochkarätiger Werke aus Deutschland, Österreich, Grossbritannien und Frankreich. Die Liste der Künstlerinnen und Künstler reicht von vorromantischen Malern vom Range eines Caspar Wolf und Johann Heinrich Wüest über bekannte Namen aus der Zeit der Romantik, darunter die Schweizer Alexandre Calame, Charles Gleyre und Léopold Robert, bis hin zu internationalen Grössen wie etwa Eugène Delacroix, Caspar David Friedrich und William Turner. Dass die romantischen Ideen des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts in der Gegenwart nachhallen, zeigen die Videoarbeiten «Everything is going to be alright» von Guido van der Werve, «Projection (matin)» von Remy Zaugg sowie «Travel» von David Claerbout.

Kurator: Jonas Beyer

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Abbildung oben:

Ford Madox Brown, Manfred auf der Jungfrau, 1842, Manchester Art Gallery, Manchester, Gift of Mr Frederick William Jackson

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