Die Ausstellung zeigt Skulpturen, Fotos, Videos und Installationen des franko-algerischen Künstlers Kader Attia. Es ist die erste Ausstellung von Kader Attia in der deutschsprachigen Schweiz. Sie kreist um die koloniale Vergangenheit Europas und ihre Folgen.

Die Schweiz und die Restitution afrikanischer Artefakte

Eintritt

CHF 16.–/11.– (ermässigt und Gruppen)
Freier Eintritt für Mitglieder sowie Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre. Tipp: Mittwochs Ermässigung für Senioren (AHV)

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Hinweis für Gruppen

Wir freuen uns, Sie willkommen zu heissen! Aus organisatorischen Gründen ist eine Voranmeldung erforderlich. info@kunsthaus.ch, +41 44 253 84 84

Kader Attia wurde 1970 als Sohn algerischer Eltern in einem Vorort nördlich von Paris geboren. Die Erfahrung eines Lebens in zwei Kulturen nutzt der heute in Berlin und Paris arbeitende Künstler als Ausgangspunkt für seine bildnerische Praxis.

In einer für das Kunsthaus Zürich geschaffenen neuen Videoinstallation thematisiert Attia die aktuell viel diskutierte Frage der «Restitution» nicht-westlicher, insbesondere afrikanischer Artefakte. Die Arbeit ist ein Versuch, sich dem komplexen Thema anzunähern. Historikerinnen, Philosophen, Aktivistinnen, Psychoanalytiker oder Ökonomen kommen darin zu Wort. Ohne Schuldzu­weisungen trägt Kader Attia die unterschiedlichen Standpunkte zusammen­, mit dem Ziel, eine differenzierte Auseinandersetzung mit dem Thema zu ermöglichen. Die Geschichte der Schweiz und ihrer Sammlungen fliesst in den vielschichtigen Film ein und fördert spannende neue Erkenntnisse zutage.

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Kader Attia, The Scream, 2016, Diptychon, Ausstellungsansicht «Sacrifice and Harmony», MMK Museum für Moderne Kunst, Frankfurt am Main, 2016, Courtesy of the artist and Galerie Nagel Draxler; Foto: Axel Schneider, © 2020 ProLitteris, Zurich
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Kader Attia, Measure and Control, 2013, Courtesy of the artist and Galleria Continua; Foto: Ela Bialkowska, © 2020 ProLitteris, Zurich
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Kader Attia, L’Empreinte de l’Autre, 2016, Installation, Ausstellungsansicht «Prix Marcel Duchamp», Centre Pompidou, Paris, 2016, Courtesy of the artist, Galerie Nagel Draxler, Galerie Krinzinger, Lehman Maupin, Galleria Continua, Private Collection; Foto: Vanni Bassetti, OAK Studio, © 2020 ProLitteris, Zurich
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Kader Attia, Foto © Camille Millerand
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Kader Attia, Untitled, 2017, Installation, Ausstellungsansicht «Repairing the Invisible», SMAK, Ghent, 2017, Courtesy of the artist; Foto: Dirk Pauwels, © 2020 ProLitteris, Zurich

Attias Werke im Kunsthaus

Öffentliche Führungen

Finden an folgenden Terminen statt: Sa, 29. August, 13 Uhr / Do, 29. Oktober, 18 Uhr

Begleitprogramm

Im Rahmen der Ausstellung entsteht ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm. Zudem findet am 1. November, 14 Uhr ein Symposium zur postkolonialen Schweiz im Kunsthaus statt. Genauere Informationen finden Sie hier ab Ausstellungsbeginn.

Seit mehreren Jahren untersucht Attia das Konzept der «Reparatur». Etwas reparieren heisst, es wiederherstellen. Doch gleichzeitig bedeutet Reparatur auch Unrecht ausgleichen, wie es z. B. der Begriff der «Reparaturzahlung» zum Ausdruck bringt. Attia spielt in seinen Werken mit der Doppelbedeutung des Wortes und untersucht die unterschiedlichen Konzepte, die in der westlichen und nicht-westlichen Welt hinter dem Begriff stehen. Eine eindrückliche Arbeit zu diesem Thema zeigte Attia 2012 auf der documenta (13) in Kassel. Dort füllte seine Grossinstallation «The Repair from Occident to Extra-Occidental Cultures» einen ganzen Saal. Zu sehen waren Holzbüsten von Menschen mit entstellten Gesichtern. Diese sog. «Gueules cassées» (zerschlagene Gesichter) waren überlebende Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg, die aufgrund der grässlichen Verletzungen für den Rest ihres Lebens gezeichnet waren.

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Kader Attia, Untitled (Collages). Collage G, 2018, courtesy of the artist

Kader Attia reiste mit Fotos der Verletzten, die er in deutschen und französischen historischen Archiven gefunden hatte, nach Afrika und stellte in Zusammenarbeit mit traditionellen Kunsthandwerkern die Büsten nach den Fotos in den ehemaligen Kolonien her. Das Werk thematisiert nicht nur die Schrecken des Krieges, sondern verweist auch auf das Verhältnis der westlichen Moderne zu Afrika – und kehrt die Geschichte um. Das Kunsthaus Zürich hat 2015 eine dieser Büsten für seine Sammlung angekauft und inzwischen durch weitere Werke des Künstlers ergänzt. Neben Leihgaben anderer Museen und aus privatem Besitz, werden sie jetzt im Kunsthaus ausgestellt.

Kuratorin: Mirjam Varadinis

Unterstützt von Swiss Re – Partner für zeitgenössische Kunst, der Yanghyun Foundation und der Dr. Georg und Josi Guggenheim-Stiftung.

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Abbildung oben:

Kader Attia, Culture: Another Nature Repaired, 2014 Ausstellungsansicht Musée Cantonal des Beaux-Arts, Lausanne, 2015 Foto: Nora Rupp, Courtesy of the artist, © 2019 ProLitteris, Zurich

Unterstützt durch: