Die Retrospektive zeigt mit rund 100 Werken das aussergewöhnliche Schaffen von Niki de Saint Phalle: frühe Assemblagen, Aktionskunst und Grafik, die Nanas, den Tarotgarten und grosse späte Plastiken.

Gross und bunt, dezent und subtil

Eintritt

CHF 23.–/18.– (ermässigt und Gruppen). Freier Eintritt für Mitglieder sowie Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre.

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Hinweis für Gruppen

Aus organisatorischen Gründen ist eine Voranmeldung erforderlich. info@kunsthaus.ch, +41 44 253 84 84

Niki de Saint Phalle (1930–2002), eine der wichtigen Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts, ist weltweit bekannt geworden durch ihre «Nanas»: Sie zeugen von einer scheinbar unbekümmerten Fröhlichkeit, die das Bild der Künstlerin geprägt hat. Aber Niki de Saint Phalles Schaffen ist weit mehr.

Ihr Gesamtwerk ist überraschend facettenreich – exzentrisch, emotional, düster und brutal, humorvoll, hintergründig und immer wieder herausfordernd. Das überaus breite Spektrum ihrer Tätigkeit zeigt sich in Malerei und Zeichnung, in den Assemblagen, Aktionen und grossformatigen Skulpturen, aber auch im Theater, im Film und in der Architektur.

Sie beschäftigte sich intensiv mit sozialen und politischen Themen und hinterfragte Institutionen und Rollenbilder – Auseinandersetzungen, die ihre Relevanz heute wieder unter Beweis stellen. Niki de Saint Phalle hat mit ihren legendären «Schiessbildern», die in provokativen Aktionen bereits in den 1960er-Jahren entstanden, einen entscheidenden Beitrag zu der gerade heute hochaktuellen Kunstform der Performance geleistet. Verfolgt man ihren künstlerischen Werdegang, so erscheinen vor diesem Hintergrund viele ihrer Werke, vor allem die «Nanas» und die grossen Installationen im öffentlichen Raum, in einem anderen Licht. Die Auswahl der Werke für diese Ausstellung gibt Einblick in das komplexe und hochinteressante Schaffen dieser Ausnahmekünstlerin – und natürlich bietet sie auch ein buntes, vielseitiges Sehvergnügen, das Christoph Becker als seine letzte Ausstellung für das Kunsthaus kuratiert hat.

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Niki de Saint Phalle, I Am the Nana Dream House, 1969, Musée d‘art et d‘histoire de Fribourg Foto: Musée d‘art et d‘histoire Fribourg © 2022 Niki Charitable Art Foundation, All rights reserved / ProLitteris, Zurich
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Niki de Saint Phalle, Little Nana, 1968, ahlers collection Foto: Thomas Ganzenmüller, Hannover, © 2022 Niki Charitable Art Foundation, All rights reserved / ProLitteris, Zurich
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Niki de Saint Phalle, L‘accouchement rose, 1964, Moderna Museet Stockholm, Donation 1964 from the artist Foto: Moderna Museet/Stockholm © 2022 Niki Charitable Art Foundation, All rights reserved / ProLitteris, Zurich
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Niki de Saint Phalle, King-Kong, 1962, Moderna Museet, Stockholm, Donation 1972 from the artist Foto: Moderna Museet/Stockholm © 2022 Niki Charitable Art Foundation, All rights reserved / ProLitteris, Zurich
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Niki de Saint Phalle, Tea Party, ou Le Thé chez Angelina, 1971, mumok - Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien, Leihgabe der Österreichischen Ludwig-Stiftung, seit 1981 Foto: mumok - Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien, © 2022 Niki Charitable Art Foundation, All rights reserved / ProLitteris, Zurich
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Niki de Saint Phalle, My love, where shall we make love? 1971, Kunsthaus Zürich, 2021 © 2022 Niki Charitable Art Foundation, All rights reserved / ProLitteris, Zurich
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Niki de Saint Phalle, Shooting-Painting (Tir), Edition 7/100 aus der Edition MAT, 1964, Sammlung Museum Haus Konstruktiv, Schenkung der Sammlung Rolf und Friedel Gutmann Foto: Stefan Altenburger, © 2022 Niki Charitable Art Foundation, All rights reserved / ProLitteris, Zurich
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Niki de Saint Phalle, Nana Mosaïque Noire, 1999 Polyester, Glas, Spiegel- und Keramikmosaik, Sammlung Würth Foto: Archiv Würth, © 2022 Niki Charitable Art Foundation, All rights reserved / ProLitteris, Zurich

Introvertiert und exhibitionistisch

De Saint Phalle gibt von sich selbst viel, geradezu Intimes preis. Das traumatische Erlebnis der sexuellen Gewalt des eigenen Vaters, die belastete und problematische Bindung an die Mutter und ihr eigenes Rollenbild als Frau sind in ihrem Schaffen präsent – und viele Werke sind direkte Auseinandersetzungen, ja Abrechnungen mit dem Erlebten und den Personen. Die äusserlich elegante Frau war zudem ein Solitär in einer noch von Männern dominierten Kunstwelt, in der sie einen unverrückbaren, wichtigen Platz einnahm: beim Nouveau Réalisme und der Konzeptkunst in Interaktion mit der Welt ebenso wie in einem sehr privaten Œuvre in unzähligen Briefen und Zeichnungen. Es oszilliert zwischen grosser, einladender Geste, wie in «Nana Mosaïque Noire» (1999), die mit schillernden Spiegelstücken und leuchtender Keramik verziert ist, und introvertierter Detailverliebtheit, wie in «L’accouchement rose» (1964), einem hauptsächlich aus Drahtgitter und Holz bestehenden Objekt, das eine Gebärende mit beinahe monsterhafte Zügen darstellt.

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Niki de Saint Phalle, Un rêve plus long que la nuit, 1976 Filmplakat, Fondation pour l’art moderne et contemporain, MAHF, Foto: Musée d‘art et d‘histoire Fribourg, © 2022 Niki Charitable Art Foundation, All rights reserved / ProLitteris, Zurich

Öffentliche Führungen

Wollen Sie mehr über die Künstlerin erfahren? Unsere Kunstvermittler:innen bieten Ihnen fundierte Hintergrundinformationen und ergründen mit Ihnen die Aussageschichten von ausgewählten Werken.

  • Deutsch: Mittwochs um 18 Uhr, freitag um 15 Uhr und sonntags um 11 Uhr
  • Englisch: Sam, 1. Oktober um 13 Uhr
  • Französisch: Sam, 15. Oktober um 13 Uhr
  • Kosten: Eintrittsticket + CHF 6.– / CHF 4.– (ermässigt und Mitglieder)

Anmeldung über die Agenda!

Private Führungen

Gerne gehen wir auf die individuellen Bedürfnisse Ihrer Gruppe ein.

  • Max. 20 Personen
  • Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch
  • CHF 190.– (Deutsch) / CHF 220.– (andere Sprachen) + Ausstellungseintritt (Gruppentarif)
  • Dauer: 1 Stunde

Die Ausstellung entsteht in Kooperation mit der Schirn Kunsthalle Frankfurt.

Abb oben: Leonardo Bezzola, Niki de Saint Phalle, Luzern, 1969, Kunsthaus Zürich, Foto © Nachlass Leonardo Bezzola, Werk © 2022 Niki Charitable Art Foundation, All rights reserved /  ProLitteris, Zurich

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