Das Kunsthaus zeigt die erste Schweizer Retrospektive von Wilhelm Leibl (1844–1900), einem der bedeutendsten Maler des 19. Jahrhunderts.

Als Geheimtipp gehandelt

Eintritt

CHF 16.–/11.– (ermässigt und Gruppen)
Freier Eintritt für Mitglieder sowie Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre. Tipp: Mittwochs Ermässigung für Senioren (AHV)

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Hinweis für Gruppen

Wir freuen uns, Sie willkommen zu heissen! Aus organisatorischen Gründen ist eine Voranmeldung erforderlich. info@kunsthaus.ch, +41 44 253 84 84

Mit seinem relativ kleinen Werk, das sehr früh zu hohen Preisen in öffentliche Sammlungen Einzug und dennoch begrenzte internationale Verbreitung fand, gilt er heute als Geheimtipp. Leibl malte vorwiegend Bildnisse und Interieurs mit ländlichen Figuren.

Der gebürtige Kölner begab sich zum Studium nach München, wo er schnell mit seiner Begabung auffiel. Er wurde dort von keinem Geringeren als Courbet entdeckt und nach Paris eingeladen, wo er im Salon des drauffolgenden Jahres mit dem «Bildnis der Frau Gedon» seine erste Goldmedaille errang.

Ab 1873 zog sich der passionierte Maler und Jäger aufs Land zurück. Durch regelmässige Beteiligung an internationalen Ausstellungen wurde Leibl auch in Wien, Berlin, Hamburg, München, Budapest, Basel, Winterthur, Zürich, New York und Washington als einer der führenden europäischen Realisten wahrgenommen. Van Gogh war von einem seiner Hauptwerke tief berührt.

« Man male den Menschen so wie er ist, da ist die Seele ohnehin dabei. » — Wilhelm Leibl
« Ich möchte mein Leben lang nichts als Portraits mit schönen Händen malen. » — Wilhelm Leibl
« In jedem Jahrhundert gibt es vielleicht nur sechs Menschen, die gut sehen; die Anderen sehen Alle schön, das heißt falsch... » — Wilhelm Leibl
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Wilhelm Leibl, Mädchen mit weissem, Kopftuch, um 1876/77, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München - Neue Pinakothek
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Wilhelm Leibl, Die Dorfpolitiker, 1877, Kunst Museum Winterthur, Stiftung Oskar Reinhart
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Wilhelm Leibl, Mädchen am Schärgatter, 1895, Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud, Köln
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Wilhelm Leibl, Das Mädchen mit der Nelke. Fragment der rechten Hand, Staatliche Kunsthalle Karlsruhe
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Wilhelm Leibl, Bildnis der Frau Apotheker Rieder, 1893, Museum der bildenden Künste Leipzig
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Wilhelm Leibl, Wildschützen, um 1882, Sammlung David Lachenmann
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Wilhelm Leibl, Weissbärtiger Alter. Kopfstudie, 1866, Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud, Köln
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Wilhelm Leibl, Baumbestandener Hügelweg (Weg in hügeliger Landschaft), um 1880, Sammlung Klüser, München

Führungen & Workshops

Neben unseren öffentlichen Führungen in der Ausstellung bieten wir spezielle Kuratorenführungen mit Marianne von Manstein und Bernhard von Waldkirch an. Im Workshop mit «Urban Sketcher» André Sandmann wagen wir zeichnerische Annäherungen an Wilhelm Leibls Motive.

Zum Begleitprogramm (PDF)

Vortrag

Ausstellungskurator Bernhard von Waldkirch über «Anker und Leibl in Paris», am 16. Januar 2020, um 18.30 Uhr im SIK-ISEA , Zollikerstrasse 32, 8032 Zürich.

Mit seinem rigorosen Wahrheitsanspruch begründete Leibl eine eigenständige und moderne Figurenmalerei, in der die Naturwahrheit und das Studium der Alten Meister restlos in das künstlerische Medium umgesetzt werden. Entscheidend für Leibl ist «gut sehen» – d.h. dass ein Modell ungeschönt, mit einer engen Bindung an die Natur und seinen Lebensraum, frei von Ismen und Ideologien wiedergegeben wird.

Das ist heute wieder aktuell: Mit einer künstlerischen Haltung, in der Selbstkritik, Zerstörung und Innovation die treibenden Kräfte sind, beeinflusste Leibl nicht nur Corinth, Liebermann, Beckmann oder Kollwitz sondern auch Maria Lassnig, Max Buri und Wolfgang Tillmans.

Unter den im Kunsthaus Zürich versammelten über 60 Zeichnungen und über 40 Gemälden Leibls sind selten gezeigte Leihgaben aus Deutschland, Österreich, Ungarn, Tschechien, der Schweiz und den USA.

Die Ausstellung entstand in Kooperation mit der Albertina, Wien, wo sie anschliessend gezeigt wird.

Kuratoren: Marianne von Manstein und Bernhard von Waldkirch

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Abbildung oben:

Wilhelm Leibl, Dr. Reindl in der Laube, um 1890, Städtische Galerie im Lenbachhaus, München

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