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Mit rund 550 Werken nationaler und internationaler Künstler besitzt das Kunsthaus Zürich eine der wichtigsten und umfangreichsten Sammlungen von Videokunst in der Schweiz. Künstler aus der Pionierzeit des Mediums Anfang der 1970er Jahre wie John Baldessari, Nam June Paik, Vito Acconci, Valie Export und Bruce Nauman, bilden einen von zwei Schwerpunkten. Der andere ist die deutsche Videoszene der 1980er-Jahre. Zu ihr zählen Ulrike Rosenbach, Klaus vom Bruch oder Marcel Odenbach. Dank regelmässiger Neuerwerbungen sind auch junge zeitgenössische Künstler gut vertreten.

Die technischen Eigenheiten des Mediums Video stellen Museen immer wieder vor neue Herausforderungen. Anfang der 2000er Jahre dachte man beispielsweise, dass das Digital-Betacam-Format als Archivformat die Lösung für die Zukunft sein würde. Vor dem Hintergrund der rasanten Entwicklung der Technologien, stellt sich dies allerdings als überholt heraus. Heute ist es an der Zeit auf eine dateibasierte Archivierung umzusteigen.

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Dokumentation des Materials
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Deformiertes Tape
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Video Still von Marina Abramovic & Ulay, A performance anthology 1975-1980.
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Zustand vor Bearbeitung
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Zustand nach Bearbeitung

Ausgangslage und Vorgehen

Alle originalen Datenträger werden zunächst in Bild und Schrift dokumentiert und im Atelier für Videokonservierung in Bern maschinell gereinigt. Anschliessend werden sie im Videoschnittprogramm FinalCut eingelesen und digitalisiert. Für die Digitalisierungen werden verschiedene TBCs (Time Base Correctors) und DropOut-Kompensation zwischengeschaltet. Die Reinigung wie auch die Digitalisierung führen zu einer deutlichen Stabilisierung des Signals. Störungen können beseitig werden.

« Durch die kontinuierliche Arbeit an der Videosammlung können wir unser Know-How im Bereich der Konservierung von Medienkunst stetig ausbauen » — Kerstin Mürer, Leiterin Restaurierung und Konservierung

Alle digitalisierten Bänder werden derzeit noch vom Atelier für Videokonservierung gespeichert. Mit der Installation des hauseigenen Archivservers können die Video-Files ab Frühjahr 2019 auch intern gespeichert werden. Langfristig soll die Sammlung Forschenden und Interessierten zugänglich gemacht werden.

Qualitätskontrolle

Im Anschluss an die Bearbeitung werden die Videos gemeinsam gesichtet und Fragen zu Technik, Zustand und Überlieferungsgeschichte diskutiert, die aufgrund der Besonderheiten eines Werkes bzw. Bandes aufgekommen sind. Mit dem Fortschreiten des Projekts und dem Auftreten von Spezialfällen muss immer wieder Altes hinterfragt und neue Lösungen gefunden werden.

Nach Abschluss der Arbeiten soll eine Auswahl der Videos im Kunsthaus präsentiert werden.

Pojektverantwortliche: Mirjam Varadinis / Kerstin Mürer
Projektlaufzeit: 2014 bis 2019

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