Marcel Broodthaers (1924 –1976), der sich erst im Alter von vierzig Jahren der bildenden Kunst zuwandte, befasste sich intensiv mit dem Thema Museum. Die Werke des Belgiers bezeugen einen kri-tischen Blick auf die Institution, der bis heute nicht an Aktualität verloren hat. Vier Akteure nehmen dabei eine zentrale Rolle ein und werden in der Kabinett-Ausstellung hervorgehoben: das Museum selbst, die Kunstschaffenden, der Kunstmarkt und die Besucherinnen und Besucher. Gezeigt werden hauptsächlich Werke aus der Grafischen Sammlung des Kunsthauses, die sämtliche Editionen des Künstlers besitzt. Die Arbeiten umfassen neben Druckgrafik, Fotografie und Film auch installative Werke und bieten die Möglichkeit, über Broodthaers’ Grundsatzfrage zu reflektieren: «Welches ist überhaupt die Rolle dessen, was das künstlerische Leben in einer Gesellschaft repräsentiert – nämlich eines Museums?»

Abb.: Marcel Broodthaers, La souris écrit rat (à compte d'auteur), 1974 Kunsthaus Zürich, Geschenk des Migros-Genossenschafts-Bunds, 1982, © Succession Marcel Broodthaers / 2022, ProLitteris, Zurich